Zur Histogenese der melanotischen Tumoren und ihrer Metastasen ... / vorgelegt von Arthur Müller.
- Arthur Muller
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Zur Histogenese der melanotischen Tumoren und ihrer Metastasen ... / vorgelegt von Arthur Müller. Source: Wellcome Collection.
8/32 (page 8)
![Auge und an den Hirnhäuten — können langsam fort¬ wachsen, aber auch lange stationär bleiben; in den meisten Fällen behalten sie ihren gutartigen Charakter bis zum Lebensende. Trotzdem gibt es keine scharfe Grenze zwischen dem Melanom und den Tumoren, die man wegen ihres bösartigen klinischen Verlaufs, nament¬ lich wegen ihrer grossen Neigung zur Hervorrufung sekun¬ därer Geschwulstbildungen als Pigmentkrebse benannte. Der Übergang zum' melanotischen Sarkom] kennzeichnet sich durch eine Steigerung der Zellwucherung, die oft mit erheblicher Zunahme des Pigmentgehalts verbunden ist, durch das Vordringen der Pigmentzellen in das um¬ gebende Gewebe sowie ihr Eindringen in Ly mph- und Blutkanäle. Dieser Entwicklungsgang, in dem das Me¬ lanom nur als eine anscheinend gutartige Vorstufe des Melanosarkoms sich darstellt, kann spontan auftreten und ist schon seit langer Zeit bekannt. Virchow schreibt darüber: „Schon die alten Beobachter haben mehrfach erwähnt, dass an der Haut kleine Knoten in Form von allerlei warzigen Gebilden bestehen können, welche oft viele Jahre lang in ruhigem Zustande sich befinden, wie man zu sagen pflegt, stationär bleiben, dann aber später¬ hin, sei es nach irgend einer besonderen Einwirkung,- sei es im höheren Lebensalter, anfangen, der Sitz einer gesteigerten Thätigkeit zu werden, einer Thätigkeit, die endlich zur Bildung einer grossen, an ihrer Oberfläche ulcerirenden Geschwulst werden kann. Daher stammt die alte Einteilung der Warzen in gut- und bösartige.“ Nicht selten geben auch irritirende Einflüsse den An- stoss zu der sarkomatösen Weiterentwicklung einer bis dahin gutartigen Pigmentgeschwulst. Virchow gibt darüber folgende Schilderung: „Sowohl die gefärbten als ungefärbten Fleischwarzen besitzen häufig die Eigentüm¬ lichkeit, dass sie gelegentlich der Sitz besonderer, stechen¬ der, heissender oder brennender Empfindungen werden. Es geht ihrer späteren, mehr malignen EntwickluUg sehr gewöhnlich eine gewisse Empfindlichkeit, manchmal ein](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30596671_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)