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Credit: Praktische Grundzüge der Gynaekologie / von A. Rheinstaedter. Source: Wellcome Collection.
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![rection folgen zu können, den Griff gegen das Perineum heben. Für gewöhnlich vermeide ich es, dieses Experiment zu machen, da durch das gerade Instrument der Ureter unnöthiger Weise gestreckt und gezerrt wird. Ich begnüge mich, bis zu der ümbeugungsstelle vorzudringen. Wenn man das Instrument entfernt hat, muss man einen weiten Catheter in die Blase einführen, um die in Folge des verminderten Intraabdominaldruckes in die Blase gepumpte Luft austreten zu lassen, was beim Aufrichten der Frau geschieht. Pawlik, Archiv, Bd. XVIII, S. 491. Die Möglichkeit der vaginalen Tastung der Harnleiter hat neuerdings Sänger, Archiv, XXVIII., S. 64, erwiesen und das Ver- fahren des Genaueren beschrieben. Abgesehen von kleinen nach Operationen completer Dammrisse Die oarm- zurückgebliebenen Mastdarmscheidenfistelu, von denen schon S. 160 »cheideneste] die Rede war, habe ich nur eine einzige grössere Mastdarmscheiden- fistel im oberen Drittel der Scheide gesehen und operirt. Die Vereinigung war zunächst keine vollkommene, die restirende Fistelöffnung schloss sich jedoch von selbst. Bekanntlich haben die Mastdarmscheidenfisteln eine grössere Neigung zum Spontanver- schlusse, als die Harngenitalfisteln und es ist also bei frischen Mastdarmscheidenfistelu um so eher der Versuch gerechtfertigt, durch Tamponade der Scheide mit Jodoformgazetampons und Aetzungen bei künstlicher Obstipation und Einlegen eines Darmrohres zur Ableitung der Gase die Heilung zu bewerk- stelligen. Kommt es zur Operation, die in gleicher Weise, eventuell mit gleicher Vorbereitung der Scheide durch Incision und Dehnung von Narben, wie die der Blasenscheidenfisteln ausgeführt wird, so ist es gerathen, den Sphincter ani zu spalten und ein dickes Gummi- rohr einzulegen. Auch hier ziehe ich, wie bei der Operation des completen Dammrisses die künstliche Obstipation bei der Nach- behandlung den Abführmitteln vor. Bei Fisteln, die durch perforirende Carcinome des Uterus und der Scheide nach Mastdarm und Blase hin entstehen, kann man nur für peinliche Reinlichkeit durch Injectionen und Sitzbäder sor- gen, da der Durchbruch nur erst in den letzten Stadien geschieht,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21964105_0239.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)