Lehrbuch der Krankheiten des Kindes in seinen verschiedenen Altersstufen : Zunächst als Leitfaden für academische Vorlesungen.
- Hennig, Karl, 1825-1911.
- Date:
- 1864
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Credit: Lehrbuch der Krankheiten des Kindes in seinen verschiedenen Altersstufen : Zunächst als Leitfaden für academische Vorlesungen. Source: Wellcome Collection.
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![sich dem Finger entgegendrängt — wobei man sich in der Nähe des SteiJ'sbeins erhält, ohne das Darmende von demselben durch stumpfe Instrumente abzulösen — oder dränge die Kanüle eines Trokars hinein, bis der Widerstand abzunehmen scheint, worauf der Dolch durch- gestofsen wird; kommt selbst an der Spitze des Instrumentes noch kein Kindspech zum Vorscheine, so darf man die Trokarspitze mit der Richtung etwas nach vorn über 2 Zoll und nur [wegen Verletzung des Bauchfelles] unter bestimmten Anzeigen über 3 Zoll hinaufschieben, indem sie dann bisweilen noch plötzlich in einen offnen Eaum gelangt und der Koth durch die liegengelassene Kanüle wenn auch erst nach einem erweichenden Klystiere oder im lauen Bade laugsam herausfliefst. War die erste Operation vergeblich, so kann man den Wundkanal locker ausfüllen und 12 — 24 Stunden abwarten, ob das blinde Ende noch herabsteige, ehe man die Operation am Bauche vorschlägt. Roser (Griesinger's Archiv XIII, 3. S. 436) und Friedberg (chirurg. Klinik I, S. 219) verwerfen den Trokar. Letzterer zieht auch bei noch höher gelegenem blinden Darmende die Proktoplastik vor, d. h. sucht es, nach dem Vorgange von Amussat, durch blutige und unblutige Tren- nung der Weichtheile vom Damme aus zu erreichen, zieht es so weit in die Dammwunde hinein, dafs seine Wundränder mit denen der Hautdecken sich bequem vereinigen lassen, und öffnet es nun. Dieses Verfahren schlug E. Blasius (neue Beiträge, Leipzig 1857) einmal fehl. Aufserdem zeigt die Statistik, dafs die Todesfälle nach Amussat's Operation viel häufiger sind, als nach dem Verfahren mit dem Trokar. Letzteres Verfahren verdient daher im Allgemeinen den Vorzug; nur warte man, ehe man den Trokar wieder einführt, einige Zeit ab, da bisweilen mehr als 10 Minuten vergehen, ehe das Mekonium anfängt * an der aufseien Kanülenmündung sichtbar zu werden, lasse die Ka- nüle, welche zugleich als Tampon vor Blutung schützt, sogleich liegen und vertausche sie nach der gleich zu beschreibenden v. Schleis'schen Methode mit einer elastischen, allmählich weiter zu nehmenden, für die Dauer von einigen Wochen. Die erste Nachbehandlung hat Brand und Peritonitis zu verhüten, die folgende der secundären Verengerung zuvor zu kommen, durch welche oft erst nach Jahren neue Lebensgefahr und enorme Erweiterung des Dickdarms entstehen. Ein gut operirter Fall mit ungünstigem Aus- gange: F. Bartscher: Deutsche Kl. 1855, Nr. 10. — Hutchinson in Meifsner's Forschungen VI, S. 61. — Eine Abart dieses Grades be- schreibt v. Schleis; bei einem 2 Tage gebornen Knaben lag die Urin- blase zwischen dem bliudsackigen Ende des Mastdarms und dem ver- scblofsnen Ende des Dickdarms. S. gab der Röhre des Trokars eine Richtung, bei welcher sie während kräftigen Anstemmens neben der durch einen silbernen Katheder gesicherten Harnblase und dem Kreuz-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21020474_0111.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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