Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern / von Hugo Blümner.
- Hugo Blümner
- Date:
- 1912
Licence: Public Domain Mark
Credit: Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern / von Hugo Blümner. Source: Wellcome Collection.
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![Plastik lieber Kuchenteig nahm), waren die Brote in der Regel rund1) und in vier oder mehr Teile gekerbt, was die Griechen (nach den ßla- [io£, den Abschnitten der Teilung) agtog ßXcofiLaiog2), bei Achtteilung öxTaßXapog nannten3), die Römer nach der quadra4) artes qimdrati5). Diese Einschnitte sollten das Brechen des Brotes erleichtern. Solche Brote finden sich sehr häufig dargestellt in den Stilleben der pompeja- nischen Wandgemälde6). Sie sind durchweg rund, niedrig und mit Ein- schnitten versehen, die in der Mitte zusammentreffen. In mehreren Bäckereien Pompejis sind noch Brote im Original, zwar fast ganz ver- kohlt, aber sonst gut erhalten gefunden worden7); ein in Herculanum gefundenes Brot zeigt einen Stempel, woraus hervorzugehen scheint, daß das Brot, ehe es ins Backhaus geschickt wurde, abgestempelt wurde8). Auch diese Brote haben die gleiche Form, wie die gemalten. Dagegen sehen wir in der oben Fig. 29 abgebildeten Bäckerei kränz- oder kringeiförmige Brote am Boden liegen; die oben erwähnten xvßoi hat- ten vermutlich Würfelform und die aus Weizenmehl gebackenen %6X- Xaßoi die Form von Wirbeln der Lyra9). Neben diesen und anders ge- 1) Daß das Brot meist runde Form hatte, lehrt der Vergleich bei Petron. 44, 11, wo Ganymedes klagt: asse panem quem emisses, non potuisses cum altero devorare. nunc oculum bubulum vidi maiorem. 2) Philem. b. Ath. 114 C: ßXa>[Licciovg Sh aQzovg ovouä&o&cu Xsyst, tovg l%ov- rag ivrofiag, ovg 'Pw^iaToi xoSQccrovg XiyovGi. Zu ßXafiog s. E. M. 201, 12. Eust. z. Od. IX 374 p. 1635, 28. 3) Hesiod. op. et d. 442: dcqtov d£ntvr\6<xg TStQazQvcpov, OKtccßXco^iov; und in Reminiszenz daran Philostr. imag. II 21, 2. Beide Attribute erklärt van Len- nep z. Hesiod so, daß das Brot vier durch einen gemeinsamen Einschnitt ge- trennte Kerben hatte; er denkt es sich also als Langbrot, was kaum richtig ist. 4) Sen. de benef. IV 29, 2: quis beneficium dixit quadram panis aut stipem aeris abiecti? Hör. ep. I 17, 49: dividuo findetur munere quadra. Aber auch bei einem Kuchen hieß eine Schnitte oder abgetrenntes Stück quadra, Mart. IE 77, 3; VI 75. 1; IX 90, 18; ebenso bei Käse, XII 32, 18. Vgl. Corp. Gl. IH 218, 45: frange quadras. 5) Ath. a. a. 0. in der gräzisierten Form y.ödgccrog; so auch hoöqcc f. qua- dra, Corp. Gl. H 351, 35. Das Technische dabei ist Verg. mor. 48 f. beschrieben (s. oben S. 86 A. 5). 6) Vgl. Mus. Borb. VI 38; VIH 57 Roux u. Barre Hercul. und Pomp. IV 51. Overbeck Pompeji4 576 Fig. 300c. Heibig Wandgem. d. verschütt. Städte 406 n. 1661 ff.; vgl. die Brote auf der unten Fig. 35 abgebildeten Szene des Brotver- kaufs. 7) Overbeck a. a. O. 385. Rieh Wörterbuch d. röm. Altert. 442. 8) Abgebildet ist dies Brot bei Gori Symb. litter. H 2, 138, die Inschrift s. Mommsen BSGW 1849, 287f. CIL X 8058, 18. 9) Ar. Pac. 1196; Ran. 507 und bei Ath. HI 110F, der hinzufügt: yivovrai 6s ol &qtoi ovroi iv. viov rtvgov, cb<? <f>iXvXXiog iv Avyi] TtaQi6xi\Giv' avtog cpiqcov Ttägsi^ii -kvq&v iv.yövovg rgifirfvcov yaXunTOXQätag xoXXdßovg ftsQtiovg. Vgl. Poll. I 248; VI 72.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21033286_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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