Über die Verwendung grosser ungestielter Hautlappen zu plastichen zwecken / von F. Krause.
- Fedor Krause
- Date:
- 1896
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Credit: Über die Verwendung grosser ungestielter Hautlappen zu plastichen zwecken / von F. Krause. Source: Wellcome Collection.
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![diese vor der Überpflanzung in Kaibolwasser, Sublimatlösung oder phy- siologischer Kochsalzlösung abgewaschen. Meist geschah die Befestigung der Lappen durch einige Katgutnähte. In vier Fällen handelte es sich um Ektropium des Unterlides, fünf- mal um Deckung des Defektes, welchen der Chirurg selbst durch Ver- wendung der Stirn- oder Nasenhaut zur Rhinoplastik geschaffen hatte, dreimal um Ersatz eines Substanzverlustes an der Nase, der nach Ver- letzung oder Excision eines Krebsgeschwürs entstanden war. Ferner wurde in einem Falle ein kleiner, nach Excision einer lupösen Narbe entstandener Defekt an der Oberlippe nach Wolfe plastisch ersetzt; in einem anderen Falle ein Naevus pigmentosus am äußeren Augenwinkel excidirt und die frische Wunde durch zwei ungestielte Lappen vom Oberarm gedeckt. Endlich wird über den vergeblichen Versuch berichtet, mehrere Unterschenkelgeschwüre bei demselben Patienten mittels jener Methode zur Heilung zu bringen. Nachdem durch Bäder und Umschläge mit essigsaurer Thonerde die Geschwüre gereinigt worden und geruchlos gemacht waren, wurde jedem Oberschenkel ein ungefähr 12 cm langer, etwa drei Finger breiter Hautlappen entnommen, mit der Cooper'sehen Schere vom Unterhautfett sorgfältig befreit und nach Abschabung eines entsprechend großen Theiles der Geschwürsfläche in mehrere Stücke zer- schnitten, auf der geschabten Fläche mittels protective silk und Polster- verbandes befestigt. Die oberflächlichen Schichten der aufgepflanzten Lappen stießen sich gangränös ab, die tieferen heilten anscheinend an. Sieben Tage nach jener ersten Transplantation wurden auf alle Ge- schwürsflächen nach vorgenommener Abschabung große Hautlappen von einem kurz zuvor amputirten Bein aufgesetzt; fünf Tage später musste der Verband seines starken Gestankes halber entfernt werden: von den Lappen war keiner angeheilt. Dieser Versuch ist somit als misslungen zu bezeichnen; denn Hahn fügt hinzu, dass es dann im Laufe mehrerer Monate doch noch gelang, durch Transplantationen nach Reverdin und Thiersch die Ulcera zur Vernarbung zu bringen. In der Diskussion über die eben erwähnte Mittheilung von Es- march's auf dem Chirurgenkongress theilte B. von Langenbeck mit, dass er ein Ektropium der Unterlippe mit Benutzung eines aus dem Oberschenkel des Kranken entnommenen Hautlappens operirt habe, an welchem der ganze Panniculus adiposus zurückgeblieben war. Während Anfangs der Lappen lebend und etwas stärker geröthet als die gesunde Gesichtshaut erschien, zeigte er nach 14 Tagen eine bräunliche Färbung, seine Oberfläche starb ab. Nach vier Wochen wurde die papierdünne, trockene Eschara entfernt, und darunter fand sich der Defekt durch eine glatte Narbenmasse ausgefüllt. Nach Langenbeck's Ansicht war ofi'enbar nicht der ganze Hautlappen abgestorben, sondern vielleicht ge- rade die angeheilte tiefere Schicht (Panniculus] erhalten geblieben. Er](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21215820_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


