Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl.
- Date:
- 1886
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![zur Bekampfung verschiedeiier, insbesondei-e sclimerzhafter Affectionea jener Organs eingebraclit. Fliissigkeiten, zur Injection in den Dickdarm bestimmt, warden Kly- stiere (Enema, Klyster, Klysma) genannt und mit der bekannten K1 y s t ier- spritze oder mittelst Ballonspritzen aus Naturgummi, wie aucb anderen fiir diesen Zweck construirten Apparaten (Clysopompes) eingebracht. Die Einfuhr grosserer Fliissigkeitsmengen bis zu mehreren Litem gescbieht mittelst des Tri cbter app ar ate s von Hegar, bestehend aus einem Meter laugeu Kautsdiukschlauch, an desseu einem Ende ein Glastricbter, am anderen das oliveuformig endende Ansatzrobr sich befindet. Sie wird behufs Ausspiilung der dicken Gedarme, medicamentoser Einwirkung auf die Wande derselben, Entfernung von Helminthen und Kothmassen bei hartniickiger Obstipation, chroniscben Dickdarmkatarrben (pag. 306), Darmeinklemmung, wie aucb zu dia- gnostiscben Zwecken vorgenommen. Klystiere werden in der Kegel im Hause des Kranken bereitet und aus der Apotbeke nur die zu ibrer Bereitung erforderlicben. Ingredienzien bezogen, welcbe zu diesem Bebufe in Lbsung, im wasserigen Auszuge oder mit der zu inji- cirenden Fliissigkeit (Haferschleim, Salepdecoct, Starkekleister [pag. 67], Kamillen- aufgnss etc.) einfacb gemisclit, in Anwendung gebracht werden; s. a. pag. 123. h) Injection in von Aussen abgescblossene natiirliche oder neuentstandene Hohlgebilde. Sie betriiFt vornehmlich die Gefass- bohlen, die serosen Sacke, Abscesse und andere Hoblgeschwiilste. Die intra- vasculare Injection wird im Ganzen selten vorgenommen, meist zurUeber- fiihrung von Blut (Bluttransf'usiou) oder Blutsalzen (kohlensaures und Cblornatrium, pag. 317) in die Holile des Venensystems, ausnahmsweise von medicamentosen Substanzeu, scbon mit Riicksicbt auf die mit mancherlei Gefabren und tecbniscben Schwierigkeiten verbundene Applicationsweise. Letzteres gilt aucb fiir jene intra- vascularen Einspritzungeu, welcbe in der Absiclit unternommen werden, um auf die Wande und den Inbalt erkrankter Gefassabsclmitte arzneilicb zu wirken, namentlicb in Gefassnenbildungen, erectile Geschwiilste (Eisenchlorid, Jod, Tannin, Alkohol etc), in varicose Ausde hnuugen der Venen und sackige Erweiterungen der Ai'terien (Eisencblorid. Cblorzink). Einspritzungeu in durcb pathologiscbe Ergiisse bedingte Ausdebnnngen seroser Sacke baben zur Aufgabe, nacb dem Einstecben der die Fliissigkeits- ansammlungeu umscbliessenden Wande und erfolgter Entleerung entweder modiflcirend auf die Secretionsverbaltnisse derselben zu wirken oder durcb kiinstlich berbeigefiibrte adbasive Entziittdung Verwachsung der sicb beriibren- den Flachen wad damit Verodung der patliologiscben Hoblraume herbeizufuhren. Unter den liierzu beniitzten Mitteln sind es besonders Jodlosungen (pag. 351), welcbe der Eealisirung jener Aufgaben am meisten zu entsprechen vermogen, naclist diesen die metalliscben Styptica und Alkoholica. Die Injection in neugebildete Hoblgeschwiilste mit fliissigem Inbalte (Cysten) entspi icbt binsichtlich der Ausfiibrung und der tberapeutiscben Mittel im Wesentlicben jener der patbologiscb veranderten serosen Sacke. B. Injection medicamentoser Mittel in's Unterh a utzell- gewebe. Subcutane oder by od e rm at i s c b e Injection. Die zu ibrer Vornabme beniitzte Spritze (nacb ibrem Erfinder Pravaz'sche. Spritze genannt) bestebt aus einem glasernen, 1 Ccm. = I'O destillirtes Wasser fassenden Spritzenrobr, dem Kolben (aus Metall oder Hartgummi) und einer mit scbneiden- der Spitze versebeuen hoblen Stablnadel. Zur Bemessuug des au.stretenden Fliissigkeitsquantums ist eine Tbeilung an der Stempelstange oder am Glase der Spritzeni obre angebracbt. Bei Vornabme der Operation wird die gefiillte Spritze zwiscben den Zeige- und Mittelfinger der recbten Hand gefasst, wahrend der Daumen auf dem Knopfe des Stempels rubt, hierauf mit dem Daumen und Zeigefinger der andern Hand die Haut an der gewablten Stella von ibrer Untar- lage kraftig abgezogen und moglicbst parallel zur Basis der gebildeten Falte durcb die Cutis in's subcutane Bindegewebe eingestochen, zuletzt die Nadel noch eine kurze Strecke welter vorgescboben. Ist dies gescbeben, so lasst man die gafasste Hautfalte sinken und driickt nun den Stempel so weit vor, als vom Spritzaa- inhalte austreten soli.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924405_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)