Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl.
- Date:
- 1886
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![2. A'ou seiiiei''Qua litilt uud Zu b ere i t ung. Die Erfalirung lelirt, dass die meisten Bandwurmmittel bei langerem Liegen, besonders wena sie nicht zweckmiissig ant'bewalirt werden, ilire Wirksamkeit ganz oder griissteutheils ein- biissen. Eine mOgliclist frische Beschaftenheit ist dalier iinerlassliche Bedinguug ziim Gelingen der Bandwiirmcur. Die so haiifigen Misserfolge sind zum grossen Theile auf den Umstand ziiriickzufaliren, dass gerade unsere ahi liautigsten gebraucliten Cestodenmittel in altem, abgelegenem, verwahrlostem Zustande zur Anweudung kommen. Bei manchen ist auch Verfalscliiing im Spiele. Bei deii meisteu empfiehlt sicb die Darreichung in Substanz als die wirksamste Medication, bei inauclien sind auch die Extracte, selten die wasserigen Ausziige wirksam; 3. von einer zv/eckmassigen, durch eine entsprechende Untei'stiitzungs- cur eingeleiteteu und von einer solchen begleiteten M e t h. o d e der Darreichung. Man lasst den Patienten 12—24 Stunden fasten und reicht ein Abfiihrmittel, \im den Darmcanal zu entleeren und dadurch die Wirkung des Anthelminticum auf deji Parasiten zu sichern, Seine Herausbeforderung untersttitzt man gleichfalls durch ein Purgans, welches man, wenn 2—3 Stunden nach der Darreichung des Bandwurmmittels der Abgang des Cestoden nicht erfolgt, darreicht; auch wohl durch Clysmen oder nach Mosler's Vorschlag durch Darmaussptilung mit der /Trf^az-'schen Vorrichtung; 4 von der Individualitat des Patienten. Manche Personen haben eiuen uniiberwindlichen Abscheu gegen das Einnehmen der grossen Dosen wurm- -widriger Mittel. Bei dem Versuche, solche zu nehmen, tritt Ekel, und wenn sie das Mittel wirklich genommen haben, jedesmal Erbrechen ein, wodiircli natiirlich jeder Erfolg illusorisch wird. Bettelheim empfahl daher das Eingiessen fliissiger Bandwurmmittel mittelst eines Schlundrohres, was jedoch bei besonders empfind- lichen Individuen auch kaum zum Ziele fiihrt. Man muss in solchen Fallen die verschiedenen Mittel und ihre Praparate und allenfalls in verschiedeuen Combinationen der Reihe nach versuchen. Eine etwa anftretendeNausea bekampft man mit Succus Citri, Elaeosaccharum Menthae pip., Citri etc., Rum, starken schwarzen Kaffee etc. Zum Gelingen der Cur ist nothwendig, dass der sogenannte Bandwurm- kopf (Scolex) mitkommt, da, wenn er zuriickbleibt, eine Regeneration des Wurmes und damit Recidive eintreten kaun und in der Regel eintritt. Man muss dalier in dem ausgeleerten Darminhalte sorgfaltig nach dem Kopfe suchen. I. Koso, Kosso, Flores KOSO, FI. Brayerae anthelminticae, Kosobliithen. Die uacli dem Verbliihen gesammelten und getrockneten w e i b 1 i c h e n Bliithenstande von H ag e n i a A b y s s i- niea Willd. (Brayera anthelmintica Kuiith.), einer in Abyssinien sehr verbreiteten bauniartigen Rosacee. Die kurzgestielten, in sehr astigen Trugrispen angeordneten weiblichen Bliithen sind von zwei rundlichen, ganzrandigen, hautigen, rothlichen Deck- blattern gestiitzt; ihr kurzer, kreiselformiger TJnterkelch tragt an seinem Rande zwei Kreise von je fiinf Kelchblattern , von denen die ausseren um das Drei- fache langer sind als die inneren, welche fiinf kleine, lanzettfdrmige, zuriick- gesclilagene Blumenbliitter und 10—20 sterile Staubgefasse umgeben, wahrend der TJnterkelch den aus zwei Karpellen bestehenden Stempel birgt. Koso riecht schwach hollunderartig und schmeckt zusammenziehend, ekelhaft bitter und kratzend. Sein, wenn nicht alleiniger, so doch wichtigster wirksamer Bestandtheil ist das K us sin (Kosin, Taeniin; hochstens 3%)) krystallisirbarer, geruch- und geschmackloser, in Wasser unloslicher, schwer in ialteni, leicht in heissem Alcohol und Aether loslicher Korper, wahrscbeinlich eine atherartige Verbindung der Isobutylsaure (Flilckiger und Bun')] ausserdem reichlich (24:nach IVittstdn) Gerbstoff. Guter, sogenannter rother Koso muss ein frisches Aussehen haben, kenntlich an den mehr weniger lebhaft roth gefarbten Kelch- und Deckblattern \ind durchaus abgebllihte weibliehe Bliithen enthalten: nicht zulassig ist der weniger wirksame sogenannte braune Koso, welcher aus jiingeren weiblichen und beigemischteu maunlichen Bliithen besteht, sowie eine alte, verlegeue. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924405_0089.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)