Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![Haufen zahlreicher Keimlinge, welche zum Theil in Gestalt sehr schöner und kräftiger Exemplare von Üladosporiwn herharum Lk. (Fig. 11) fruc- tificirten. So am Rande der Flüssigkeit, von wo aus der Pilz allmählig am Gefässrand hinauf sich verbreitete. Im Innern des Eiweisses, wenigstens dicht unter der Oberfläche desselben, verbreiteten die Keimlinge der Sporoiden sich zwar ebenfalls, aber sie bildeten dickere, grosskernige, kurze, zuletzt kugelige Glieder (Fig. 13, vgl. auch Fig. 25) und einzelne oder in kleinen Ketten stehende goldgelbe Sporen an den Zweigenden (Fig. 13), allmählig ein gitterförmiges Epispor ausscheidend und dadurch zu Tilletia-ii\)oxe\\ sich ausbildend (Fig. 13). Diese Gittersporen sind von denen der Tilletia caries Tut. verschieden, besonders durch die goldgelbe Farbe. Weniger Gewicht möchte ich auf den Grössenunterschied legen. Wie wir später sehen werden, gehören sie wahrscheinlich der Tilletia hin Tul. an. Diese Sporen kommen auf dem Eiweiss nicht zur Keimung, sondern bilden Micrococcus aus, den sie nach nnregelmässigem Aufreissen des Epispors (Fig. 14) entlassen. Es ist also auch die Micrococcus-^i\- dung von der bei Tilletia caries Tul. wesentlich verschieden i), wenn auch analog. Das aus den Keimlingen der Sporoiden hervorgegangene Cla- closporium wuchs indessen immer höher am Rande des Culturgefässes em- por und erzexigte sehr bald ausser den Cladosporium-Ketten auch die bald einzeln, bald in Ketten stehenden, durch Tulasne 2) schon bekannt ge- wordenen Sporidesmium-Fvnchte, wie Figg. 15. 16. 17 und 21 sie in ver- schiedenen Gestalten zeigen. Wer diese Figuren mit denen Tulasne's (a. a. O. Taf. 32 Figg. 1. 2. 5. 6. 11. 12. 13) vergleicht, der wird an der Identität kaum zweifeln; indessen wird dieselbe durch die in der Folge zu gebenden Mittheilungen erst zur völligen Gewissheit. Der Culturapparat blieb mehre Monate ohne Luftzufuhr stehen, was die Folge hatte, dass die verschiedengestaltigen Sporidesmium-Früchte ihre AVandungen nach und nach autlösten und massenhaft schwarzen Mi- crococcus ausbildeten. Derselbe ist so dunkel und tritt so massenhaft auf, dass er die Wand des Culturgefässes tiefschwarz färbt. Das Resultat der zweiten Cultur ist also in der Kürze folgendes: Die aus dem Micrococcus der Schafpocken hervorgehenden Sporoiden bilden aus ihren Keimlingen an der Luft Cladosporitmi-Sporidesmium-Finanzen, welche zu Pleospora herharum Tul. gehören. Im Innern des Substrats bilden die männlichen Keimlinge aus grösseren kugelrunden Gliedern, 1) V<rl E Hallieb, Mykolog. Untersuchungen. VI. Entwickelungsgeschichte des Steinbrandes [Tilletia caries Tul ] mit Tafel I. In Nobbk's Landwirthschaftl. Versuchs- stationen. Chemnitz 18G7. Bd. <J. p. 355. Figg. l-H- 2) Selectafungormn carpologia T.II. Vavisiis 1803. Xylario - lalm - Sphm- riei. p. 2(30 ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)