Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![nen Sporen unterscheidet. Zur Botrytis sah ich die Exemplare bei dieser, vielleicht zu saftreichen, Cultur nicht ausgebildet. Elfte Cultur. Am 3. November 1867 wurde auf die Schale eines durchschnittenen Apfels Monilia cinerea Bon. i) ausgesäet. Am 9. Tage nach der Aussaat waren auf der Schale Trupps von Cladosporium herbarum Lh., auf der Schnittfläche kleine Exemplare von Rhizopus nigricans Eli- renh. entstanden. Dieser Rhizopus geht, wie die genauere Untersuchung zeigte, aus Keimlingen von Macroconidien, d. h. unreifen Tilletia-STporen hervor, welche nicht an der Oberfläche, sondern nur im Innern des Fruchtbreies entstehen. Es ist also hier wie bei Penicillium- Tilletia- Mucor die Mucor-Frucht [Rhizopus] ein Product der anaerophytischen Generation [Tilletia], entweder im reifen Sporenzustand (Macrosporen oder Tilletia) oder im unreifen (Macroconidien). Zwölfte Cultur. Am S.November 1867 wurde auf die Schnitt- fläche einer saftigen Birne Monilia cinerea Bon. gesäet, wie sie von einer Pflaume entnommen war. Die Monilia vermehrte sich rasch schon in den ersten Tagen, dann erhoben sich die Keimlinge in Gestalt des Penicilliutn grande (Figg. 32. 33), welches sich zuletzt bräunte und genau die Ge- stalt, Verästelungsweise und Sporenbildung der Botrytis elegans Corda (Fig. 36) annahm. Diese Botrytis ist also die eigentliche Acrosporeri- Pflanze. Man findet sie sehr häufig gesellig mit Rhizopus vereint und sie steht zu diesem in einem ähnlichen Verhältniss wie Sforodinia zu Syzygites nach Schacht oder besser noch wie Penicillium crustaceum Fr. zu Mucor racemosu^ Pres. Ich wiederholte obige Cultur mehrmals; es glückte aber nicht im- mer, die Botrytis zu erzeugen, sondern häufig, bei zu nassem Boden, trat der Pilz nur in der unreifen Form {Pe?iicillium grande m) auf. Bei allen Culturen bestätigte es sich, dass der Rhizopus niemals frei an der der Luft ausgesetzten Oberfläche entsteht, sondern dass sein erstes Myce- lium als Keimungsproduct der Macroconidien aus dem Innern des Frucht- breies hervorbricht. Er entsteht daher oft nicht an der Stelle der Aus- saat, sondern in einiger Entfernung davon. Dreizehnte Cultur. Am 7. November 1867 wurde die erwähnte Botrytis von der Schale einer Birne auf eine geschälte durchschnittene Hirne übertragen. Am vierten Tage war aus den Keimlingen der Botrytis die Monilia cinerea Bon. in schönen Exemplaren hervorgegangen; es kamen jedoch in der Folgezeit auch in dieser Cultur keine Fruchtpinsel von Botrytis zur Ausbildung. Mau findet die Botrytis nur auf der Schale 1) Die Monilia, so me sie Bonokden (Handbuch der Mykologie p. 76. Fig. 78) beschreibt und abbildet, wurde einer Pflaume entnommen, auf welcher sie spontan ent- standen war.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)