Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![SO herrscht noch Zwiespalt über die Art der Bewegung des schwärmenden Mia-ococcus. Pacini, Klob, Thome und einige englische ]Jeobachter haben ganz richtig einem Theil der kleinen Zellen [Micrococcus) der Cho- lerastühle eine selbstständige, infusorienartige Bewegung, im Gegensatz zur Molecularbewegung, zugeschrieben. Weniger geübte Beobachter, mit mittelmässigen Instrumenten ausgerüstet, haben jenen Beobachtern einen Yorw^urf aus ihren Angaben gemachtwährend hier doch auf alle Fälle die Anwendung einer Säure entscheidet, wobei jene Eigenbewegung sofort sistirt wird, während die Molecularbewegung während der Ver- mischung der Säure mit der Flüssigkeit des Objectträgers erst recht energisch werden müsste. Mit den stärksten Systemen guter Mikroskope erbHckt man aber auch deutlich genug die Bewegungsorgane der kleinen Schwärmer. Mit dem System G von Zbiss, selbst mit einem guten System F des- selben Optikers mit Hülfe schwacher Oculare, ebenso mit dem Immer- sionssystem No. 11 von Hartnack und mit den Immersionssystemen (Yig) von Mekz in München sieht man, nicht an jedem Micrococcus, aber bei manchen Pilzen, namentlich z. B. bei Mucor-Avten, recht deutlich, dass jede schwärmende Micrococcus-Zelle eine längere oder kürzere schwanz- förmige Verlängerung besitzt, wie ich es oft in meinen Zeichnungen an- gab. Kein mir vorgekommenes System zeigt aber diese Bewegungsor- gane so deutlich, wie ein System ä immersion Yig, welches ich kürzlich von Herrn S. Merz in München erhielt. Der Beleuchtungsapparat des grossen MERz'schen Stativ's ist ausserordentlich zweckmässig, aber auch an sich ist das System so lichtstark, wie ich von gleicher Vergrösserung nie eins gesehen habe. Die Systeme No. 11 von Hartnacr imd i^und G von Zeiss halten in dieser Beziehung nicht entfernt den Vergleich mit jenem von Merz aus. Die Systeme von Zeiss definiren sehr schön, aber in der Penetration werden sie von Merz weit übertroffen. Die Correction ermögUcht nebst der grossen Lichtstärke die Anwen- dung so starker Oculare, dass man sich bei anderen Mikroskopen in völ- liger Finsterniss befinden würde. Mit diesem System mit Hülfe des Ocu- lars No. 4 kann ich bei günstigen, von einer hellen, Morgens am west- Kchen oder Nachmittags am östUchen Himmel stehenden Wolke reflectirten Licht an jedem Micrococcus, welcher eigene Bewegung hat, die Peitschen w^ahrnehmen, welche durch ihre Schwingungen die Bewegung hervor- rufen. Dass aber sehr- genaue Einstellung und Correction, feine Hand- liabung der Blendungen und des Spiegels, Schutz des beobachtenden Auges gegen das directe Licht durch einen Schirm, Schutz des Objectes gegen das Oberlicht durch einen kleinen schwarzen Holzschirm und noch 1) Vgl. z. B. Mykologische Berichte, Botan. Zeitg. 1868.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0076.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)