Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![unvollkommen Zutritt hat, wie das ja in den früher benutzen Isolirappa- raten nicht anders sein kann. Ich habe beispielsweise einige Sprossungen vegetativer Pilzzelleu vom ravu^-Pilz-(0?(^mm von Penidmum crustaceum Fr.) auf latel Ii. Fi-ur 30 abgebildet. Eine gewisse Aehnlichkeit solcher Bildungen mit Cryptococcus ist unbestreitbar. Aber ich habe schon früher m den »Gah- nmgserscheinungen« nachgewiesen, dass solche Mittelformen, namhch Uebergänge der Hefezellen in die Schimmelbildung (z. B. Hormiscmm) oder umgekehrt Uebergänge der Schimmelform in die Hefegebilde nur an der Oberfläche vorkommen, niemals im Innern der gährenden Flüssigkeit. Es bedurfte nur der Untersuchung der Unterhefe, um sich davon zu über- zeugen ; die erhält man aber nicht in den früher in Anwendung gebrach- ten Apparaten. Wohin sollte es auch führen, wenn man alle Zellensprossungen als Hefe bezeichnen wollte. Die Conidien und Sporen, akrogen entstanden, sprossen stets genau auf dieselbe Weise aus der Stielstelle hervor wie die junge Crypiococcics-ZeWe. Man vergleiche nur die Sporenbildung von Asperffillus, Penicillium und anderer Pilze mit der Sprossbildung bei Cryptococcus und man wird sich überzeugen, dass das genau derselbe Vorgang ist. Es ist aber nichts anderes als die eine der beiden Hauptformen der Zellenvermehrung bei den Pilzen. Tafel II. Figur 31 zeigt zwei Stielzellen von Aspergillus mit Sporen (vgl. auch Taf. II. Fig. 3, sp]. Bei x sieht man eine ganz junge sprossförmige Spore, bei sp eine dergleichen reife. Figur 32 zeigt das- selbe Verhalten für Penicillium. In Figur 33 ist ein keimender Brand- pilz dargestellt. Ueberall am Gliederfaden an den mit c bezeichneten Stellen sieht man sprossartig die Conidien hervorbrechen. Soll man nun alle diese Gebilde zu den Hefebildungen zählen, weil sie eine ähnliche Entwickelungsgeschichte durchmachen wie Cryptococ- cus oder soll man [sich nicht vielmehr fragen, ist denn diese Sprossbil- dung wirklich der Hefe eigenthümlich und Cryptococcus die einzige Hefe- form oder ist noch eine andere Art von Hefeerzeugung vorhanden ? Ich habe diese Frage längst beantwortet und da meine Hefelehre sich der allgemeinen Anerkennung und Bestätigung erfreut, so bin ich weit entfernt den Kampf mit den Phantasiegebilden der alten Hefelehre wieder zu beginnen. Wohl aber hielt ich es für nöthig, die Nichtbotani- ker darauf hinzuweisen, dass in den oben angedeuteten drei Puncten eine grosse Quelle von Irrthümern und Fehlschlüssen verborgen liegt, die man kennen muss, um sie zu venneiden. Wer wirkliche Culturen vornimmt, die von den oben gerügten Feh- lern frei sind, der kommt nicht in den Fall, den alten Dogmen länger anzuhangen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)