Das protoplasma der rhizopoden und der pflanzenzellen : ein beitrag zur theorie der zelle / von Max Schultze.
- Schultze, Max Johann Sigismund, 1825-1874.
- Date:
- 1863
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das protoplasma der rhizopoden und der pflanzenzellen : ein beitrag zur theorie der zelle / von Max Schultze. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
44/72 page 40
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![zwischen beiden Bewegungsarten hat dann jeden Zweifel an der Zu- sammengehörigkeit beider Erscheinungen beseitigt'). Die einfachere Form der Bewegung ist da, wo das Protoplasma nur als gleichmässige Bekleidung der inneren Oberfläche der Cellu- losewand vorkommt, wie bei Chara, Nitella, Vallisneria u. A. Bilden sich in diesem wandständigen Protoplasma Unterschiede in der Dicke der Art aus, dass einzelne Theile wie Kiffe oder Leisten in die Höh- lung der Zelle vorspringen, so entsteht das Verhältniss wie in den Brennhaaren von Urtica. Dieses geht wieder ganz allmählich in die Bildung über, wie sie sehr entwickelt bei Tradescantia, Viola vor- kommt, wo zahlreiche Protoplasmafäden, welche mit ihren Enden in dem wandständigen Protoplasma wurzeln, die Zellenhöhle frei durch- ziehen und oft ein complicirtes Netzwerk bilden, wie es nach Schachtes Beobachtungen wohl am schönsten in der Aussackung des Embryo- sackes von Pedicularis sylvatica gefunden wird, wo das Protoplas- manetzwerk höchst wahrscheinlich spater in ein Cellulosefadennetz übergeht . Das Object, welches den directesten Vergleich mit den Pseudo- podien der Polythalamien zulässt, sind die frei durch die Zellenhöhle streichenden Protoplasmafäden in den Tradescantia-, Viola-, Cucurbita- und Hydrocharis-Blattzellen. Wie ich früher für Tradescantia ausführlich beschrieb*), »gehen von der den Kern umhüllenden Protoplasmaschicht mehrere dickere und dünnere Fä- den aus, nach verschiedenen Richtungen die Zelle durchsetzend, auch öfter der Zellenwand dicht anliegend. Sie bestehen deutlich aus einer Grundsubstanz und eingebetteten, stark lichtbrechenden Körnchen. Letztere laufen im Innern oder wie auf der Ober- fläche der Fäden hin, entweder nur nach einer Richtung oder, wie nicht selten gesehen werden kann, nach entgegengesetzten Richtungen zugleich an einem und demselben Faden. An den breite- sten ist die doppelte Strömungsrichtung fast constant, sie kommt aber auch an den feinsten, kaum noch erkennbaren Fäden vor. Be- gegnen sich Körnchen, so gehen sie meist ungestört aneinander vor- bei, oder es kommt vor, dass die einen die anderen mit zurückneh- men — ein Beweis, dass nicht zwei getrennte Fäden die Ursache der ]) Schacht, Lehrbuch der Anat. u. Physiologie der Gewächse. 1856. p. 39 ff. 2) Ebendap. 45 u. Jahrbücher f. wissenschaftl. Botanik, hrsg. v. Pringsheim, 1863. 3) Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1858. p. 336.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22470505_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)