Volume 1
Verhandlungen des VII. Internationalen orientalisten-congresses : gehalten in Wien im Jahre 1886.
- International Congress of Orientalists
- Date:
- 1886-1889
Licence: Public Domain Mark
Credit: Verhandlungen des VII. Internationalen orientalisten-congresses : gehalten in Wien im Jahre 1886. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Widdin (Bdyn) bulgm-iscdie jMönche'berufen liattc. Nfieli seinem Falle setzte Stephan den italieniselien Gerhard aut den neuen Ibsehofsstuhl von Gsanad, allwo die bulgarisehen Mönehe bereits das Christenthuni zu pHanzen begonnen hatten. Weder Gylas oder Gyula, noch 7\ehtuin, hatten in ihrem Hesitzthum romanische Christen und eine Hierarchie gclundcn, sonst hätte jener nicht in Constantino})cl die Taufe cmi)fangcn und von daher einen Bischof mitnehmen, und Achtum hätte sich nicht nach Widdin um Mönche wenden müssen. Endlich der italienische — nachher auch canonisirte — Gerhard, der seine ]\Iühc mit den heidnischen Schülern so beredt erzählt, hätte gewiss mit Freuden die romanischen Christen in seinem neuen Sprengel begrüsst, mit denen er sich sogar in seiner iMuttcrsprache hätte verständig machen können. Werfen wir nun einen Blick auf die Topographie Sieben- bürgens. Kein einziger dakischer oder romanischer t )rtsnamc tritt uns hier entgegen. In allen andern römischen Provinzen, nicht nur in dem heutigen Deutschland, sondern auch in England, wo die römische oder romanisirte Einwohnerschaft seit mehr als tausend Jahren verschollen ist, haben sich römische Ortsnamen erhalten; in Siebenbürgen linden wir keinen einzigen Ortsnamen aus der Römerzcit. Diese auffällige Erscheinung ist nur dadurch erklär- lich, dass in jenen Provinzen die ethnische Umwandlung nur lang- sam vor sich ging, so dass die schwindende romanische Be- völkerung die Ortsnamen der sich stets mehrenden neuen Be- völkerung überliefern konnte. In Siebenbürgen muss die ethnische Umwandlung überall plötzlich geschehen sein, so dass die Tra- dition so zu sagen mit einem IMalc unterbrochen wurde. Selbst in demjenigen Thcilc vom römischen Pannonien, der zu Ungarn gehört und in dem die römische Herrschaft um ein Jahrhundert früher begonnen und um mehr als zwei Jahrhunderte länger gedauert hat als in Siebenbürgen, selbst hier konnte sich, und zAvar jenseits der Donau, nur ein Ortsname, Siscia (Sisek) und nur ein Gaunamc, Sirmium (Sirmien), erhalten. Es war dem- nach auch iii diesem Theile Pannoniens die ethnische Umwandlung plötzlicher und durchschlagender als anderswo.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24871862_0001_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)