Die Brille als optisches instrument / von M. von Rohr.
- Louis Otto Moritz von Rohr
- Date:
- 1911
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Credit: Die Brille als optisches instrument / von M. von Rohr. Source: Wellcome Collection.
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![läßt, die Bildfeldkrümmung der überwiegenden Mehrzahl der Brillengläser viel zu gering ist. Zur Erzielung einer idealen Schärfenkorrektion sollte man eben die Bildfeldkrümmung des korrigierenden Brillenglases verstärken und nicht abschwächen. Was die verzeichnungsfreien Formen der Brillen- gläser angeht, so mögen diese bei der Besprechung der nächsten, eingehen- deren Arbeit dieses Autors behandelt werden. Besonderes Aufsehen scheinen diese Bestrebungen unter den Fach- leuten nicht hervorgerufen zu haben, anscheinend deswegen, weil die Auf- gabe selbst und ihre Behandlung noch völlig aus dem Gesichtskreis des hier als Käufer in Betracht kommenden Publikums herausfiel. So dauerte es noch einige Zeit, bis im Frühsommer 1900 F. Ostwalt [4,) in einer neuen und, wie es scheint, seine Bestrebungen in dieser Bichtung ab- schließenden Arbeit den Faden noch einmal aufnahm. § 122. In einer früheren Arbeit {2.) sei ihm bei der Ableitung der Formeln [für die Sagittalstrahlen] ein Fehler untergelaufen, der zunächst zu berichtigen sei. Danach ändere sich der Verlauf der Kurve seiner Darstellung namentlich für die schwächeren Negativlinsen, und es stelle sich weiterhin heraus, daß auch Konvexgläser bis zu 6 dptr hin durch die richtige Wahl des Vorderradius korrigiert werden könnten, doch stehe hier die periskopische Wirkung merklich hinter der zurück, die bei pas- send geformten zerstreuenden Menisken zu erreichen sei. Die am meisten geeigneten Formen seien durch Probieren zu bestimmen. Ohne die Bedeutung der Verbesserung zu unterschätzen, muß man aber doch hervorheben, daß das Hauptversehen, die Verwechslung von Auge und scheinbarem Augenort, auch durch diesen Nachtrag nicht ge- hoben wurde, und vielleicht läßt sich der zum Schluß erteilte Rat, die richtigen Formen durch systematisches Probieren zu ermitteln, durch den Mangel an Ubereinstimmung erklären, in dem auch für den Verfasser die Resultate der trigonometrischen Rechnung und die Ergebnisse der photo- graphischen Prüfung standen. § 123. Verhältnismäßig kurze Zeit danach, im September 1901, ließ ein Kollege F. Ostwalt s, der Vorsteher der Augenklinik zu Newcastle-on- Tyne, A. S. Percival {!,) eine Arbeit erscheinen, die, von jener Vorgänger- schaft beeinflußt, etwa auf dem Standpunkte stand, den F. Ostwalt (£.) eingenommen hatte. Als Aufgabe stellte er sich, für ein korrigierendes Brillenglas den Durchmesser des kleinsten Zerstreuungskreises (circle of least confusion) im Auge kleiner zu machen als einen Zapfenquerschnitt im gelben Fleck. Zunächst untersuchte er ziffermäßig den Einfluß der sphärischen Aberration eines achsenparallelen Büschels auf die Verundeutlichung und fand ihn in dem betrachteten Falle verschwindend. Die Formeln, die er](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287508_0160.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


