Die Brille als optisches instrument / von M. von Rohr.
- Louis Otto Moritz von Rohr
- Date:
- 1911
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Credit: Die Brille als optisches instrument / von M. von Rohr. Source: Wellcome Collection.
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![für die t- und /-Strahlen (1-und 2-Strahlen nach der von ihm adoptierten Bezeichnung englischer Optiker) gab, sind richtig, doch verwechselt auch er wie sein Vorgänger das Auge mit seinem scheinbaren Ort, da der [virtu- elle] Punkt ilf, nach dem die dünnen Parallelstrahlenbüschel gerichtet sind, eben der scheinbare Drehpunkt ist. Daß A. S. Percival über die Genauig- keit der Grundlagen der Rechnung im Unklaren war, kann man daraus ersehen, daß er die vordere Brennweite des Auges mit 15,498308 mm bis auf f.i(.i genau annahm. Die Rechnung wird dann mit einer solchen Stellen- zahl weitergeführt, daß auch bei größeren Winkeln (über 18Y20) noch hunderttausendstel Winkelsekunden angegeben werden. Auf die Richtigkeit der Rechnung sei hier nicht weiter eingegangen, da jener prinzipielle Fehler vorliegt, und das Mißverhältnis zwischen dem vorgesteckten Ziel und den dafür aufgewandten Mitteln genügend erwiesen sein wird. Eine Tabelle für die Radien der den Ostwaltsehen Kurventeil bildenden Linsen- formen für — 20 dptr §A § 20 dptr machte den Schluß, und sie scheint auch in England ziemlich bekannt geworden zu sein. Einen Nachtrag ließ derselbe Verfasser (2.) im Juli 1903 erscheinen, in dem er seine frühere Annahme einer konstanten Linsendicke von 2 mm berichtigte und nunmehr seine Tabelle für das Bereich — 16 dptr gDjSIS dptr neu bestimmte. Sie läßt sich nicht direkt mit der alten vergleichen, da er in der ersten Veröffentlichung die Radien der beiden Kugelflächen in Millimetern, in der neuen die Flächenbrechkräfte in Dioptrien angab. In beiden Arbeiten spielte er undeutlich darauf an, daß man die beste Form der periskopischen Linsen benutzen könne, um gute Formen der sphäro-tori- schen Linsen für astigmatische Augen zu finden. Er scheint dabei die torische Wirkung stets auf der konvexen Fläche angebracht zu haben. § 124. In dem großen Sammelwerke, Encyclopedie Francaise d'Ophtalmologie, vom Jahre 1904 setzte M. Tscherning [2,) auf Grund von Annäherungsformeln verschiedene Brillen formen fest. Er ging von dem richtigen Ansätze aus, daß sich die Hauptstrahlen nach dem Durch- tritt durch das Brillenglas im Augendrehpunkt kreuzen müßten, und er entwickelte zunächst die in der Nähe der Achse geltenden Ausdrücke für die Krümmungsradien der beiden astigmatischen Bildflächen einer ent- sprechend benutzten dickenlosen Linse von vorgeschriebener Brechkraft. Es stellte sich heraus, daß man zwar anastigmatische Bildfeldebnung unter diesen Umständen nicht herbeiführen wohl aber durch zweckmäßige Ver- fügung über einen Flächenradius rx theoretisch die beiden Bildkrümmungen 40*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287508_0161.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


