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Credit: Zur Casuistik der Gaumenschüsse / von A. Koehler. Source: Wellcome Collection.
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![ich dem Director der Klinik, Herrn Geheimrath Bardeleben, zu ganz besonderem Danke verpflichtet. I. Der Patient, ein 20 Jahre alter Malergehülfe, wurde am 4. Juni 1885 Morgens früh in bewusstlosem Zustande im Thiergarten gefunden; neben ihnHag ein kleiner Revolver. Auf dem Transport ins Charitdkrankenhaus erfolgte mehrfach Erbrechen, welches sich im Laufe des ersten Tages noch öfters wiederholte, dann aber Abends, ungefähr gleichzeitig mit dem Schwin- den der Bewusstlosigkeit, aufhörte. Dabei waren bei dem jungen, kräftigen Menschen weder Lähmungen, noch Contracturen vorhanden; die Pupillen waren gleich weit, reagirten gut und beiderseits gleich auf Lichtreiz, die Athemzüge, 24 in der Minute, waren tief und ruhig, der Puls 76, also jedenfalls nicht verlangsamt, kräftig, nicht ganz regelmässig (ab und zu ein paar schwächere Schläge). An und in der Nase befanden sich Blut- gerinnsel; die Ohren waren frei, die Trommelfelle intact. Bei näherer Be- sichtigung fand man an der hinteren Hälfte des harten Gaumens, etwas nach links von der Mittellinie, eine kaum 1 Cm. im Durchmesser haltende Schussöffnung mit verbrannter Umgebung. Sonstige Verletzungen im und am Munde nicht zu finden. Bei der Durchsuchung der Taschen fand man noch einige kleine Revolverpatronen von 7 Mm. Durchmesser bei 12 Mm. Länge. Am Abend des Aufnahmetages war die Respiration 32, 'der Puls 92, die Temperatur 36° C. Patient gab auf laute Fragen langsame, aber sach- gemässe Antworten. Auf dem, angeblich früher besseren, linken Ohre hörte er gar nicht, auf dem rechten soll mässige Schwerhörigkeit schon lange bestehen. Knochenleitung erhalten. Er klagte nur über Kopfschmerzen, namentlich in der linken Kopfhälfte, lag immer auf der rechten Seite, drehte den Kopf, wenn man ihn umwandte, wieder zurück, war etwas benommen, schlief viel.1) Es war (und blieb in den nächsten 4 Tagen) also nichts, woraus man auf tiefere Läsionen hätte schliessen können, als eine geringe Benommen- heit oder Schlafsucht, das Blut an der Nase, das stete Liegen auf der rechten Seite, die Kopfschmerzen und die Taubheit links. Die geringe Un- regelmässigkeit des Pulses verlor sich schon am nächsten Tag. Blutungen aus den Ohren waren nicht da, auch kein anderer verdächtiger Inhalt in den äusseren Gehörgängen, freilich bei intacten Trommelfellen; doch hatten letztere ihre normale weissliche Farbe (rechts Verdickung, Einziehung) und dessen kein Roth durchschimmern.2) Ob etwa aus den Tuben Abfluss von Blut stattgefunden hatte, liess sich nicht constatiren , weil für das Blut in Mund- und Schlundhöhle eine näher liegende Veranlassung vorlag — der Gaumenschuss, welcher auch die weitere diagnostische Verwerthung des überhaupt zweifelhaften Symptoms der Blutgerinnsel in und an der Nase3) unmöglich machte. Emphysem oder Sugillationen an den Augen waren nicht vorhanden, letztere weder am Bulbus, noch an den Lidern; Symptome von Seiten der Basisnerven fehlten, bis auf die Taubheit links. Während nun die Gaumenwunde in wenigen Tagen verschorfte und bald ganz verheilte, lag Patient immer wie im Ilalbschlummer auf der rechten 1) Vergl. v. Bergmann ]. c. S. 390. ?! ’V Zevgmznn 1 c. S. 233. - Sattler 1. c. S. 700, Anmerkung 3) Baideieben 1. c. S. 48. — v. Bergmann. S. 227. 26*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22443307_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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