Die physikalischen Heilmethoden in der Gynäkologie / von Oscar Frankl ; nebst einem Vorwort von Franz von Winckel ; mit 62 Textfiguren.
- Frankl, Oskar.
- Date:
- 1906
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Credit: Die physikalischen Heilmethoden in der Gynäkologie / von Oscar Frankl ; nebst einem Vorwort von Franz von Winckel ; mit 62 Textfiguren. Source: Wellcome Collection.
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![Die Ordnung des gesamten Stoffes ergibt sich ungezwungen aus dem Studium der Wirkungsart jeder einzelnen Methode. Wir fassen die Summe aller thermisch wirksamen Methoden zusammen unter dem Gesamtbegriffe der Thermotherapie (I). Je nach dem Medium, welches als Träger der dem Organismus zu applizierenden Temperatur dient, unterscheiden wir mehrere Unterordnungen. Ist die Luft das vermittelnde Agens, so spricht man von Ae'rothernitlierapie (Ä)i Da die Freiluftbehandlung für die Gynäkologie nicht in Frage kommt, ebensowenig die bewegte Luft oder die künstlich abgekühlte Luft bisher Verwendung fand, bleiben bloß d) die Heißluftbehandlung, und &) die Klimatotherapie zu erörtern. Bei der ersteren kommt lediglich die thermische Wirkung in Betracht, bei der letzteren neben dieser noch andere wichtige Momente. Wird Wasser als Medium für die Übertragung der therapeutisch verwerteten Temperatur benützt, so spricht man von Hydrotherm- therapie (B). Entfaltet lediglich reines Wasser thermische Wirkung, wobei freilich auch vielfach mechanische Prozeduren angeschlossen werden, so spricht man von rein hydrotherapeutischen Prozeduren (a). Hiebei gelangt das Wasser meist im gewöhnlichen Aggregatzustande zur Verwendung (a) und nimmt entweder die äußere Haut oder die Vagina, die Portio oder die Uterusschleimhaut zum Angriffspunkt. Gelangt das Wasser in dampfförmigem Zustand zur Anwendung (ß), so spricht man bei Applikation desselben auf die äußere Haut von Dampfbädern (Vaporisation), bei intravaginaler., respektive intrauteriner Applikation von Atmokausis. Ist nicht reines Süßwasser, sondern Gase und Salze enthaltendes Wasser bestimmt, neben der thermischen auch eine chemische Wirkung zu entfalten — mechanische Prozeduren werden hier seltener an- geschlossen — so spricht man von Balneo- und Thalasso- therapie (b). Den Übergang' zwischen Hydrothermtherapie und jenem Zweige der Thermotherapie, bei welchem feste Medien die Temperaturträger sind und welchen ich als Statotherintherapie x) (C) bezeichne, bilden die Moor-, Schlamm-, Liman- und Fangoapplikationen. Ich füge sie der Balneo- und Thalassotherapie an. Die Schwere der festen Medien bedingt es, daß neben der thermischen Wirkung in bedingtem Maße stets auch von einer mechanischen Komponente die Rede sein muß. Die statothermischen Körper können integumentär, endokolpiseh und intrauterin appliziert werden. Die Summe aller mechanisch, das heißt durch Druck, Zug, Reibung, Spannung etc. wirksamen Methoden umfaßt der Gesamtbegriff *) ?or/]|i.t, ZO GtaiOV](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21174039_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


