Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug.
- Klug, Nándor, 1845-1909.
- Date:
- [1892]
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Credit: Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![aus den Drüsen eines solohen N'orniagens ein kräftig wirkender Älageusaft mit (i'4'Vo-iger Salzsäure gewinnen. Der A'ormagen der üänse sondert also einen Magensaft ab der, gleich dem Ma- gensafte der Fleischfresser nnd <)mnivoren. Salzsäure, Pepsin, Lab- nnd Leimfei-ment enthält, und alle diese Bestandtheile sind das Secret ein und dersell)en Zellenart. Der Schlund liefert also nicht, wie Teichmann bei den Tauben annahm, ein Ver- dauungssecret. dafür ist :i,ber die Verdauungsflüssigkeit des Vormagens ein vollkom- mener Magensaft Wenn man noch überlegt, wie klein das Innere des Vormagens und wie weit das l^umen des Schlundes ist, so gelangt man zu der Schlussfolgerung, das die Verdauung bei der Gans und höchstwahrscheinlich bei allen übrigen mit A''ormagen, einem weiten Schlund oder Kropf versehenen Vögeln, in den letzteren vorsichgeht. Dass sich das Secret des Vormagens in der That in den Schlund und Kroi>f ergiesst, kann man an nüchternen, mit Pilocarpin vergifteten Thieren direct sehen. Dafür spricht ferner auch der Umstand, dass während die Magencontractionen bei den Säugethiereu weder auf das Duodenum, noch auf den Oesophagus übergehen, sich die C'ontractionen des gereizten Vormagens, wie ich fand, stets auf den Schlund fortsetzen. Auch ist der Vei'kehr zwischen Schlund und Vormagen immer offen. Viel- leicht sind auch die Muskel-Elemente des Schlundes und Vormagens daher ausnahm- weise so eingerichtet, dass die längsverlaufenden Muskelzellen die innere, die quer- verlaufenden die äussere Muskellage bilden: denn so ist es denkbar, dass die innere Miiskellage während ihrer l'ontraction den Magensaft, zum grossen Theil. in den Schlund befördert. Die durch den Magensaft erweichten Körner, werden dann durch den. bei den \'()geln die Zähne ersetzenden Muskelmagen, in bekannter V^-^eise zerrieben und so zur weiteren Verdauung im Dünndarm A'orl)ereitet. II. VERDAUUNG IM DARM. Ue])er die Verdauung im Darm der Vögel, sind mit Ausnahme der liereits er- wähnten Untersuchungen von Ticdemann und Gmelui'''\ nur wenig Versuche bekannt. Dass der Darminhalt der Vögel, wie diese Forscher angeben, durchweg sauer reagirt. davon habe ich mich ül)erzeugt, denn der Darminhalt während der Verdauung ge- t(')dteter Gänse und Hühner röthet in der That Lackmus. Die Analyse des Darm- inhalts der Gans erga]> Spuren freier Salzsäure, selbst in dem Proc. vermiformis war dieselbe naehweisl^ar. Die von Tirdemann und Gmelln angegebene Essigsäure fand ich bei Fütterung mit Mais ebenfalls vor: aus dem Darminhalt konnte Essigaether dar- gestellt werden. Auch bei einer Gans, die ich 5 Tage lang mit haschirtem Fleisch fütterte, zeigte nicht nur der Inhalt des auffallend gerötheten Schlundes und Ma- gens, sondern auch der des Duodenums und Dünndarms saure Reaction; erst gegen das Ende des Dünndarmes, besonders al)er in dem kurzen Dickdarm, trat entschie- den alkalische Ileaction auf Ursache dieser Abnahme der Säure und des schliessli- ihen Auftretens der alkalischen Reaction, könnte alkalisch reagirender Pankreas-Saft oder die in der Gallenblase alkalisch reagirende Galle sein, die sich ja in den Darm irgiesst. Dass die Galle der Gans alkalisch reagirt, erhellt daraus, dass rothes Lack- muspapir, welches man 'in die Galle der Blase taucht und nachher mit Wasser ab- -pühlt. gebläut erscheint. Den Ursprung der freien Säuren betreffend, ist die von mir nur ausnahmsweise angetroffene Essigsäure wohl nui- das Produkt der Gährung im Darm. Was die freie Salzsäure l^etrifft, so liegt am nächsten der Gedanke, dass dieselbe allein dem Magensaft entstammt, diese Annahme erscheint aber als unwahrscheinlich. * A. :i. II.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216319_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)