Morphologische Studien / von Robert Wiedersheim. Heft I.
- Robert Wiedersheim
- Date:
- 1880
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Credit: Morphologische Studien / von Robert Wiedersheim. Heft I. Source: Wellcome Collection.
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![Ohrkapsel ausgespannte Membran durch eine gemeinsame, grosse Oeffnung verlässt, ganz wie dies auch von Seiten des nächstfolgen- den, vordersten Stranges (x^) der Fall ist. Dieselbe Membran durchbricht auch — durch ein einziges Loch passirend — die bei Petromyzon aus sechs Fasern bestehende und zu einem einzigen starken Plexus vereinigte Vagusgruppe. Man sieht, es lassen sich die Nerven von Petromyzon im Grossen und Ganzen auf diejenigen von Ammocoetes zurück- führen, wenn auch Niemand verkennen wird, welch bedeutende Modificationen dieselben, zumal in topographischer Beziehung, er- litten haben. Ueber einen Punkt bin ich dabei nicht in's Reine gekommen; ich vermag nämlich trotz aller darauf verwandten Mühe nicht anzugeben, welchem Schicksal die drei vorderen dor- salen Wurzeln der Hypoglossus- und die erste dorsale der Vagus- gruppe bei Petromyzon unterworfen sind. Ich konnte sie nämlich bei keinem einzigen Exemplar wieder auffinden und muss daher diese Frage offen lassen. Mit Schneider kann ich mich nicht einverstanden erklären, wenn er den durch das hintere Loch des ersten Bogens passiren- den Nerven für eine sensible Wurzel erklärt, er entspricht viel- mehr nach seinem Ursprung durchaus einem motorischen Zweig wie ich dies oben auch dargestellt habe. Dass die unteren (vorderen) und oberen (hinteren) Wurzeln nicht in einer und derselben Queraxe das Rückenmark verlassen, sondern ein alternirendes Verhalten zeigen, ist durch die Arbeiten von Freud (Sitz.-Bericht der Wiener Acad. Bd. 75) und Götte (Zool. Anzeiger L Jahrg. Nr. 1) erwiesen. So macht der erstge- nannte Autor darauf aufmerksam, dass sich hintere und vordere Wurzeln in frontaler Richtung nicht decken, sondern in der Art alterniren, dass sie „beim Durchtritt durch die Dura mater um eine Strecke gegen einander verschoben sind. Durch Götte erfährt man weiter, dass die sensible Wurzel ausserhalb der Dura mater ein grosszelliges Ganglion durchsetze und sich mit der nächsthinteren [soll, was v. Jhering (Das periph. Nervensystem der Wirbelthiere u. s. w.) mit Recht corrigirt hat, heissen: nächstvorderen] motorischen Wurzel an der Seite der Chorda vereinige. Götte macht auch auf den mehrwurzeligen Ursprung der Spinalnerven aufmerksam und zieht die anfangs ein- fachen, später aber ganz gleich sich verhaltenden, motorischen Nervcnwurzeln der Haie zum Vergleiche heran, indem er mit Recht hervorhebt, dass eine solche Spaltung der Spinalnerven- Wludeislieim. Untcrsuclinngeu. n](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22293255_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)