Die Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks / von W. Wagner und P. Stolper.
- Wagner, Wilhelm, 1848-1900.
- Date:
- 1898
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Credit: Die Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks / von W. Wagner und P. Stolper. Source: Wellcome Collection.
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![mit Heftpflasterbindenzug. Bei Paraplegischen ist wegen der Gefahr des Decubitus jeder Druck an den unteren Extremitäten zu vermeiden und auch ubertiiissig. utI1 11 f difer ublu%e Reductionsmethode hat die operative blutige Behänd ung der Rückgratsverletzungen in allen Zo ten die internen wie die Chirurgen beschäftigt. Wir müssen ihr deshalb einige ausführliche Bemerkungen widmen. § 2.37. Als Paulus von Aegina, im 7. Jahrhundert v. Ohr. als Erster wie es scheint, mit den Worten: „Audebis etiam sectione ossi- euluin (juüd premit, eximere“ den Vorschlag zur operativen Be- landlung v on Rückgrat verletz ungen machte, unterliess er es mc ih die Aerzte zu ermahnen, sie sollten dies nicht thun, ohne vorher cen Patienten auf che damit verbundene Gefahr aufmerksam zu machen. yv» (y tip . y 1 . .. yy D 11 n ^ 1 1 , . 11 man bei trau- matischen Ruckenmarksverletzungen mit Messer und Meissei Vorgehen oder nicht? noch immer unentschieden. Wenn man die zahllosen Kathschlage, wenn man die hundertfältige, aber immer nur Einzel- erfahrungen bringende Casuistik durchstudirt, so kommt man zu dem wenig P’ostvollen Resultat, dass bei weitem häufiger kühner Wage- muth als Objectivität und wissenschaftliche Ueberzeugung bisher den Operateuren das Messer m die Hand gedrückt hat. Nicht selten aber ist es die Hoffnungslosigkeit des Palles gewesen, die wenigstens ein gewisses Recht zum Eingriff gegeben hat. Dann hat aber auch dieser letzte V ei such, einem Gelähmten wieder auf die Beine zu helfen in der Regel wenig, wie es uns scheinen will, sogar nichts geholfen. Wie trostlos aber auch das Ergebniss des Studiums der Geschichte dieser Operation ist,, die mit der Anti- und Asepsis gemachten Fortschritte m der chirurgischen Kunst und die vervollkommnet Diagnostik lassen doch holten, dass sie, wenn auch in sehr eingeschränktem Maasse, in Zukunft immer, wieder in Erwägung gezogen werden und manchen oegen stiften wird. Aber die Erfolge eines blutigen Eingriffs sollten hinfort nicht bestimmt werden unter Ausserachtlassung des Heilungsergebnisses bei conseryativer Behandlung. Das „Do-nothing-System“ ist gewiss ver- werflicn aber verwerflicher noch ist die Beurtheilung einer eingreifen- den Heilmethode, nach Augenblickserfolgen oder gar nur nach dem Kesultat quoad vitam, wo doch dasjenige quoad functionem allein mass- f ] sem kann. Die Geschichte der sogenannten „Trepanation der \\ mbeisaule oder der „Laminectomie“ lehrt leider, dass man nur zu ott leichtfertig,. auf Grund ganz ungenügender Erfolge die Operation empfahl und nicht aus der Kenntniss der anatomischen Verhältnisse heraus den Antrieb zur Operation schöpfte. Aus zahlreichen Fällen dieser Art sei einer angeführt. x einem Manne, der nach der ganzen Schilderung eine scheinbar totale Quetschung des Halsmarks etwa im 7. Cervicalsegment hatte, resecirte em Amerikaner zunächst den Bogen des 3. und des 4. Brust- wirbels, und als sich hier nichts fand, verlängerte er den Schnitt ein- tach so weit, bis er am 5. und (5. Halswirbel fand, dass hier die Bogen gebrochen waren. Voll Befriedigung entfernte er auch diese, und da c ei i atient erst am 5. Tage nach der Operation starb, glaubte er](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28056632_0588.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


