Studien über segmentale Schmerzgefühlsstörungen an Tabetischen und Epileptischen / von L.J.J. Muskens.
- Muskens, Louis Jacob Josef, 1872-1937.
- Date:
- [1903?]
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Credit: Studien über segmentale Schmerzgefühlsstörungen an Tabetischen und Epileptischen / von L.J.J. Muskens. Source: Wellcome Collection.
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![toter Fall von rhouniatisclicr (L) Facialisparalyse, bei welchem neben Hyperacouöis auch ausgeprägte Hyperalgesie desselben Fehlchens während längerer Zeit beobachtet wurde. Bereits nach einigen Tagen findet man das erst total analgetische und anästhetLsche Gebiet bedeutend eingeschrumpft und nach wenigen Wochen bemerkt man nur noch eine allgemeine Stumpfheit aller Ge- fiihls(iualitäten. Die prä- und postepileptischen Schmerzgefühlsstörungen. Nachdem einmal den an Tabetikern gewonnenen Ih-fabrungen zufolge meine Aufmerksamkeit auf die oberen dorsalen Hautsegmente gerichtet war, fand ich bei vielen Personen, namentlich genuin epilei)tischen — deren mir ein grosses Material zur Verfügung stand — dass oft die bei Tabetikern am ersten und am schwersten betrolfenen Gebiete eben- falls durch eine geringere Gefühlsschärfe ausgezeichnet waren. Nament- lich war dies deutlich bei den Fallsüchtigen, welche zufällig kurz vor einem Anfall zur Untersuchung kamen. W'ährend der weiteren Untersuchung schienen mir zunächst einige junge Individuen von theoretischem Interesse, welche seit früher .lugend an Krämpfen leidend, irgend welche unzweideutige Symptome hereditärer Lues darboten. Solche Fälle sind ja nicht sehr selten; ausser den bekannten Symptomen und Narben an den Zähnen, Augenlidern, Ohren, dem Säbelbein u. s. w. findet man gelegentlich Fälle mit Ungleichheit der Pupilleu-lnnervation, Sehnervenatrophie, mit temporärer oder auch bleibender Abwesenheit eines oder mehrerer Sehnenphänomenei); in gewissen Fällen kann oft noch die Untersuchung der Eltern entscheiden. In einigen der oben genannten, aber auch in anderen Fällen ge- nuiner Epilepsie wurde bei wiederholter Untersuchung meine Aufmerk- samkeit dadurch angeregt, dass die Gefühlsstörungen bei diesen Kran- ken sich nach segrnentalen Zonen ausbreiten und wieder zurückgehen und oft ihr temporäres Maximum in totaler completer Analgesie des ganzen Körpers für kurze, oft auch für länger dauernde Schmerzreize finden, ein merkwürdiger Zustand, welcher den schweren epileptischen Insulten vieler unserer P.atienten einige Stunden bis Tage vorauszu- gehen pfiegt, bei anderen, wie bekannt, längere Zeit existiren kann. Bei weiterer Untersuchung hat sich heraiisgestellt, dass auch in den 1) Es scheint mir sehr zweifelhaft, ob man Recht hat, in solchen Fällen mit isolirten tabetischen Symptomen bei hereditär luetischen Kindern mit der Uiagnosis Tabes infantilis zur Hand zu sein, wie in den Fällen von M. Bloch (85) und .J. Kali sch er (86); zumal wenn die für Tabes dorsalis characte- ristischen Seusibilitätsstörungen fehlen [Fall v. K. Gumpertz (87)].](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22386051_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


