Studien über segmentale Schmerzgefühlsstörungen an Tabetischen und Epileptischen / von L.J.J. Muskens.
- Muskens, Louis Jacob Josef, 1872-1937.
- Date:
- [1903?]
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Credit: Studien über segmentale Schmerzgefühlsstörungen an Tabetischen und Epileptischen / von L.J.J. Muskens. Source: Wellcome Collection.
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![fcldes nichts zu thun hat, erhellt wohl daraus, dass ein sehr intellegentes junges Mädchen, jetzt seit 7 Monaten frei von Anfällen, noc.h immer am deutlichsten unter meinen Patienten das letzt(u-e Verhalten zeigt. Eine sehr merkwürdige Thatsache kann man in den verschiedenen (Iruppen constatiren, nämlich dass es bestimmte kleine Hautbezirke giebt, an den drei wichtigsten Kör|»erpolen gelegen, welche nur höchst selten im analgetischem Felde einbegriffen werden. Diese sind; 1. Der Bezirk, welcher von der Mittellinie der Nase, den Brauen- bogen und dem .lochbeinrand begrenzt wird, ein Eeldchen, das sich grösstentheils mit dem oberen Theil des Debietes des zweiten Trigemi- nusastes deckt. Bei 2 Patienten 3U und 40 bleibt dieser Bezirk intact in gewöhnlichen Zeit«m während und nach einer motorischen Entladung. Bei beiden wurde das Eeldchen auch analgetisch gefunden, wenn diese Patienten in einen Status epilepticus geriethen. ln dem Intervall zwi- schen den schweren Entladungen blieben dann die Patienten in einem somnolenten Zustand und waren dabei complet analgetisch inclusive des bewussten Feldchens. No. 3tt gerieth im December 1900 in einen epi- leptischen Status, wo gar keine motorischen Entladungen auftraten, jedoch ausschliesslich die psychischen Symptome im Vordergrund stan- den. Er war verwirrt, nicht orientirt über Zeit und Ort in leidlich maniakalischer Stimmung, ab und zu impulsiv und aggressiv, jedoch in einem Zustande, wo eine genaue physische Untersuchung möglich war. I>abei stellt sich heraus, dass als Vorbote seines Heraustretens aus diesem Zustande (dem |)sychischen Aefpiivalente eines Status epilep- ticus) die erst abwe.sende Schmerzeniptindlichkeit des bewussten Eeld- chens an beiden Seiten zurückkam: nach und nach beschränkte sich das analgetische Feld auf die gewöhnliche Ausbreitung auf den Thorax und parallel damit verschwand die Dämmerung, bis er wieder in seinen gewöhnlichen Zustand mit periodischen Entladungen gerieth und dabei auch wieder das Zu- und Abnehmen des hypalgetischen l'eldes auftrat. Es .sei darauf hingewiesen, dass di(‘ses Eeldcheni) auch bei anderen cerebralen Hemianalgesien namentlich auch während und nach einem apoplectischen Insult, sowie auch im Coma, welches bei Herz- und Lungenkranken so oft dem Tode vorangeht, in der Regel diese beson- dere Abweichung zeigt d. h. algetisch bleibt, wo sonst der ganze Köi'])er analgetisch ist. Es scheint eben, als ob auf diesem Eeldchen, 1) Dass dieses Eeldchen nach allen Seiten mit dem Theil des Trigeminus- feldes übereinstimmt, welches im ersten Theil dieser Abhandlung anlässlich der Gefühlsstörungen nach der Ausrottung des Ganglion Gasseri besprochen wurde, scheint wahrscheinlich, konnte aber noch nicht mit genügender Sicher- heit festgestellt werden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22386051_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


