Die Wanderniere : ein Beitrag zur Pathologie des intraabdominalen Gleichgewichtes ; experimentell-anatomische Studien / von M.M. Wolkow und S.N. Delitzin.
- Volkov, M. M. (Mikhail Matveevich), 1861-1913
- Date:
- 1899
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Credit: Die Wanderniere : ein Beitrag zur Pathologie des intraabdominalen Gleichgewichtes ; experimentell-anatomische Studien / von M.M. Wolkow und S.N. Delitzin. Source: Wellcome Collection.
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![vertikaler Körperhaltung- ist fast keine Differenz bemerkbar: das Korsett fixirt die paravertebralen Nischen in einer bestimmten, von der Körperlage unabhängigen Form. An der aufrechten Leiche sind die Nischen etwas seichter. Niveaudifferenz (längs der Vertikalen) zwischen grösster Wölbung und stärkster Verschmälerung am Modelle = 10 (ohne Korsett bei horizontaler Körperlage betrug diese DilTerenz 4, bei aufrechter 6). Das Niveau der stärksten Verschmälerung ist auffallend herabgesunken, das Niveau der grössten Wölbung steht niedriger um 3 gegen die horizontale und um 1 gegen die vertikale Haltung desselben Kadavers ohne Korsett. Nach Anlegung des Korsettes hat Lagewechsel des Körpers natürlich bereits keinen Ein- fluss auf die gegenseitigen Beziehungen der verschiedenen Schnitte, sie verbleiben in denselben Niveaus und in denselben gegenseitigen Abständen in horizontaler, wie in aufrechter Körperhaltung. An der obersten Kurve (punktirt) sieht man in der linken flälfte den Abdruck des Oesophagus (bei horizontaler Lagerung der Leiche), in der rechten Hälfte den Abdruck des Oesophagus und der unteren Hohlvene (bei vertikaler Körperlage). Tafel XXIX u. XXX. Längsschiiittskurveii der Gypsabgüsse der paravertebralen Nischen derselben weiblichen Leiche (Beob. 68) im Korsette. Die Kurven liegen in denselben Abständen (4, 6 und 8 cm) von der Medianebene und sind in der nämlichen Weise bezeichnet, wie auf Tafel XXVL Auch an diesen Kurven treten die Unterschiede der Zwerchfellkuppeln scharf hervor. Die äussersten Durchschnitte (unterbrochene Linien) deuten auf einen wesentlichen Eiinfluss des Korsettes: die Kurve begiebt sich nicht abwärts, sondern krümmt sich nach vorne, entsprechend dem von dem Korsette ausgeübten Drucke. An der vertikal stehenden Leiche sind die paravertebralen Nischen etwas seichter als bei der hori- zontalen Lagerung derselben. Tafel XXXI. Darstellung der Profile der Regiones liiiiibales. Die Lumbalprolile sind hici-, wie auf den folgenden Tafeln in der der Lage der Nieren entsprechenden Sagittalebene, in b cm Abstand von der Mittellinie, gezeichnet worden (vgl. Cap. XXVII). Die gewählten Punkte der Lendengegenden sind im Interesse grösserer Anschaulichkeit an allen Figuren durch gerade Linien verbunden worden. Es ergaben sich so schematisclie Zeichnungen der Lumbalprolile. Das obere Ende der Figur entspricht dem Kopfende des Körpers, die linke Seite derselben der vorderen, die rechte der hinteren Körperoberlläche. Die Ziffern auf den Tafeln XXXI—XXXIV ent- sprechen den Theilstrichen am longitudinalen und sagittalen Massstabe des Kinematometers. Beob. 82. Typische Kegel- oder Tri cht er form der Lende bei einem gut gebauten Manne mit nicht palpablen Nieren. Auffallende Veränderung der Lcndenprofile nach Störung des Hermetismus der Peritonealhölile ohne vorhergehende Verdünnung (Reduktion) der vorderen Bauehwand. Die ProfiUinie rückt stark nach hinten und nähert sich mehr der Vertikalen. Beob. 83. Typische Kegelform der Lumbaiprofile bei einem gut gebauten Manne mit niclit pal]iablen Nieren. Die successive Verdünnung (Reduktion) der vonleren Bauchwand und Störung des Hermetismus der Peritonealhöhle sind deutlich von Einfluss auf die Kontourirung der Lendenregionen. Die Prolillinie rückt nach liinten und nähert sich nach Störung dos Hermetismus der Peritonealhöhle ausgesprochen der Vertikalen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21514616_0402.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


