Ueber vergleichende Rassenpathologie und die Widerstandsfähigkeit des Europäers in den Tropen.
- Stokvis, Barend Joseph, 1834-1902.
- Date:
- 1890
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Credit: Ueber vergleichende Rassenpathologie und die Widerstandsfähigkeit des Europäers in den Tropen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![zwischen deren Vitalität und Mortalität fast gar kein Unterscliied sich zeigt. üeberlegt man vorurtheilsfrei die Gesammtheit dieser Ergebnisse, so scheint folgerichtig das rohe Endresultat im Kampfe um das Dasein in den Tropen, nur in sehr untergeordneter Weise durch Rasseneigen- thümlichkeiten bedingt zu werden. Wenn früher in den Tropen 100 bis 250 pM. der eingewanderten europäischen Soldaten den dort herrschenden ungünstigen Einflüssen zum Opfer fielen, während jetzt nur 15—30 pM. erliegen, wenn die schwarzen amerikanischen Soldaten im Anfang ihrer Aufnahme in die Armee in des Wortes verwegenster Bedeutung durch Krankheiten decimirt wurden, während sie jetzt nicht mehr oder nicht weniger dahingerafft werden, wie jeder andere Sol- dat in Friedenszeiten, so kaun doch diese Umwälzung, diese Re- volution schwerlich von einer mit der Rasse vorgefallenen völligen Um- gestaltung abhängig gestellt werden. Nein! Die Rassen sind dieselben geblieben, mit allen ihren Eigenthümlichkeiten; aber die äusseren Um- stände, unter welchen sie sich befinden, sind verändert und verbessert. Und diese Verbesserung ist keine Laune des Zufalls, kein glückliches Geschick. Sie ist die segenreiche Folge wohl überlegter Maassregeln, bei welchen man von der grundfesten Ueberzeugung ausging, dass man in der Wahl der auszusendenden Mannschaften, in der Sorge für gutes Trinkwasser, für gute und passende Nahrung, für Kleidung und Woh- nung, für die Erhaltung des harmonischen Zusammenwirkens aller Organe, nicht genau, nicht peinlich genug verfahren könnte. Wahrscheinlich hat die praktische Hygiene der Jetztzeit keinen schöneren Lorbeer aufzuweisen, als denjenigen, welchen sie sich durch die Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse der europäischen Soldaten in den Tropen errungen hat. Hochherzig und selbstbewusst, aber zu- gleich auch verwegen und fast die Götter versuchend klang das Wort der ,,Englis]i Ro3^al Coramission, als sie nicht allein den Ausspruch vernehmen liess, dass die Mortalität des englischen Militärs in Vorder- indien lierabgedrückt werden müsste, aber, als galt es eine astrono- misclie Berechnung, auch die Ziffer angab, bis auf welche diese Mor- talität herabgedrückt werden sollte (II). Aber ,,Den Du nicht verlässest, Genius, Wandeln wird er ... . Python tödtend'' und der Erfolg hat die übermüthigsten Erwartungen noch hinter sich gelassen. Und wie eine gute That immer neue erzeugt und erzeugen muss, so haben die Massregeln zur Verbesserung der Gesundheit des europäischen Soldaten in den Tropen den segenreichen Erfolg herbei- geführt, dass die allgemeinen Gesundheitsverhältnisse in den Colonien sich durchschnittlich bedeutend verbessert haben, und dass es jetzt nur wenig Mühe macht, mehrere tropische Länder und Städte zu nennen, in welchen die entweder der Hauptsache nach aus Europäern und europäischen Greolen, oder aus einer gemischten Bevölkerung bestehende Bewolmer eine allgemeine Mortalität zeigen, welcher manches Land und manche Stadt in unseren gemässigten Zonen sieb nicht zu schämen brauclit. Das einst um sein mörderisches Klima so berüchtigte und ver- rufene Tabago wies in den Jahren 1884—1888 eine mittlere jährliche Mor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22268121_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)