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Credit: Elektrophysiologie / von W. Biedermann. Source: Wellcome Collection.
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![aus welchen sich eine tetcanische Muskelcontraction zusammensetzt. Du Bois-Reymond schlägt daher vor, jede solche elementare Entladung als „Theilentladung zu bezeichnen, nicht zu verwechsehi mit den früher erwähnten partiellen oder Streckenentladungen des Organes. Die Zahl der Theilent- ladungen, welche, wie Marey mittels des Marcel-Desprez'sehen Signalschreibers, wie auch mittels des Capillarelektrometers und des Telephons zeigte, einen Schlag zusammensetzen, hängt sehr von der grösseren oder geringeren Energie ab, mit welcher das Thier reagirt, und sinkt daher mit zunehmender Ermüdung oder Abkühlung. In der Regel folgen sich etAva 25 Stösse mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 200, im Mittel 150 p. See. Hieraus ergiebt sich eine Dauer 24 der Gesammtentladung von ^ + 0,07 = 0,23 See, wenn man für die Dauer einer Theilentladung den von Marey für die Dauer eines durch einen einmaligen Stromstoss vom Nerv aus erzeugten Organ- schlages zu ^l4 = 0,07 annimmt. Die schwirrende Empfindung, welche, wie oben schon erwähnt wurde, der Schlag der Zitterhsche oft erzeugt, ist Du Bois-Rey- mond nicht geneigt, auf den tetanischen Charakter der Entladung zurückzuführen, indem die Theilentladungen sich zu rasch folgen und eine Gesammtentladung zu kurz dauert; er meint vielmehr, „dass diese Empfindung von aufeinander folgenden Gesammtentladungen her- rührt, welche auch halb und halb verschmelzen mögen, so dass Maxima und Miniraa der die Maxima der Theilentladungen ver- bindenden Curve entstehen und so gleichsam eine doppelt tetanisirende Ktenoide herauskommt'' (4 e p. 239). Unter den zur Verfügung stehenden künstlichen Reizmitteln ist aus denselben Gründen, wie beim Nerv-Muskel-Präparat, auch hier zum genaueren Studium der indirecten Organerregung eigentlich nur der elektrische Strom verwendbar. Bei mechanischer Reizung (Kneifen und Zerschneiden) der elektrischen Nerven von Torpedo hörte Schönlein (30) „ein schabendes, sehr leises Geräusch im Telephon, zu dessen Wahrnehmung schon Ruhe im Experimentirzimmer gehört. Zerquetschen der Nerven zwischen zwei Glasplatten giebt den gleichen Erfolg. Dagegen erwies sich Ba buchin mechanische Reizung der elektrischen Nerven von Malopterurus an allen Stellen sehr Avirksam. „Die Durchschneidung der Stammfasser, wie auch ihrer Aeste mit den schärfsten Scheeren, Druck, Stich mit einem Dorne oder mit einem spitz ausgezogenen Glasrohr bleibt nie erfolglos. Chemische Reizung (Eintauchen in gesättigte Lösungen von Natron oder Kalisalzen) erwies sich so gut wie ganz unwirksam. Bei elek- trischer Reizung wirken einzelne Inductionsschläge, wenn ü b e r h a u ]) t, erst bei sehr hoher Intensität. Sachs konnte an einem Nerv-Organ-Präparat vom Zitteraal auch durch die stärksten Einzelschläge des von einer Sternsäule getriebenen Schlitten- inductoriums „keine irgend nennenswerthe Wirkung erzielen (4e p. 192) und fand auch die Schliessung und Oeffnung des Stromes von vier Grove in beiden Richtungen unwirksam. Sachs scheint dies allein auf eine besondere Eigenschaft der elektrischen Nerven, und nicht sowohl der Organe zu beziehen, und schreibt den ersteren eine .,solidere molekulare Constitution und ein „stabileres Gleichgewicht zu, als den Nerven anderer Thierc. Dem gegenüber betont nun Du](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24756106_0819.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)