Versuch einer physiologischen Pathologie der Nerven / [Gabriel Gustav Valentin].
- Gabriel Valentin
- Date:
- 1864
Licence: Public Domain Mark
Credit: Versuch einer physiologischen Pathologie der Nerven / [Gabriel Gustav Valentin]. Source: Wellcome Collection.
396/408 page 388
![weder die Trenimng nach Maassgabe der Verhältnisse mit grösster Schärfe hervortritt oder bestimmte Verbindungen einzelner Leistungen und Scheidungen von anderen zu Stande kommen. Ein regelloses Ueberspringen fehlt selbst noch häufig in dem stürmischen Kampfe gegen äussere, das Leben bedrohende Einwirkungen. §. 1343. Wir haben schon §. 292. gesehen, dass die Ver- gleichung der Thätigkeiten der Knoten der hinteren Rückenmarks- wurzeln, der des sympathischen und der des dreigetheilten Nerven wesentlich verschiedene Thätigkeiten dieser mannichfachen Gebilde nachweist. Nur die Lebenswirkungen, nicht aber die anderen uns zu Gebote stehenden Prüfungsmittel können von diesen Eigenthümlich- keiten Rechenschaft geben. §. 1344. Wie die elektrischen Ströme die feinsten Unterschiede in der Zusammensetzung der Markmasse der peripherischen Nerven anzeigen, so sind die betäubenden Gifte die empfindlichsten Rea- gentien für das centrale Nervensystem. Ihre Verbindung mit den Ganglienkugeln erzeugt Veränderungen derselben, die man sonst durch kein anderes Untersuchungsverfahren entdeckt. Ihr Einfluss reicht nicht selten so weit hinab, dass noch homöopathische Gaben die tiefsten Störungen herbeillihren. Sie können wiederum später und zwar die flüchtigeren zu einem grossen Theile durch die Lungen und die äussere Haut und die fixeren vorzugsweise durch den Harn ausgeschieden werden. Da aber dann die Vergiftungszeichen in vielen Fällen aufhören, so folgt, dass sie eine chemische Verbindung mit der Masse der Ganglieiikugeln erzeugten, die nicht, wie die mit Säuren oder Alkalien, die Thätigkeit derselben für immer beseitigt. Eine Ernährungsstörung kann eine Reihe von Nachwirkungen herbei- flihren. Das eine betäubende Gift wirkt zuerst oder überhaupt vor- herrschend auf die grauen Massen des grossen Gehirns und ein anderes auf die des Rückenmarkes. Dieser Umstand bekräftigt den Schluss, dass die Molecularbeschaffenheit der Ganglienkugeln dieser einzelnen Theile unter einander von vorn herein abweicht. Das verlängerte Mark verräth dasselbe für seine zahlreichen Einzelw.erk- zeuge. Manche Gifte stören zunächst die Leistungen der Schling- werkzeuge, andere die der Herzthätigkeit und noch andere die der Athembewegungen. §. 1345. Wie die Elemente der grauen Massen die Schö])fer, so bilden die Nervenfasern die Leiter der Nerventhätigkeit. Es wurde schon §. 80. bemerkt, dass man nie von vollkommen mark- losen Nervenfasern mit Sicherheit sprechen darf. Lässt man auch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28078299_0396.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image