Die Copulationsanhänge der solitären Apiden und die Artentstehung durch "physiologische Isolierung" / von Johannes Strohl.
- Strohl, Johannes.
- Date:
- 1908
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Credit: Die Copulationsanhänge der solitären Apiden und die Artentstehung durch "physiologische Isolierung" / von Johannes Strohl. Source: Wellcome Collection.
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![Bisherige Liitersuchuiigen. 1. Morphologische Kenntnisse. Die erste und Hauptarbeit über die Genitalanhänge der männ- lichen Hjnnenopteren verdanken wir Leon Düeoue, der in seinem vorzüglichen, fast 400 Seiten und 13 große Tafeln umfassenden Werke u. a. auch jene Organe, von ihm armure copulatrice genannt, untersuchte. Da seine Befunde auch heute im allgemeinen noch Gültigkeit haben und nur, wie wir nachher sehen tverden, die Be- nennung der einzelnen Teile zweckmäßig geändert wurde, so führe ich einen Auszug davon an (p. 404—406), wie ihn auch Enoch Zander in seiner neuern ^Arbeit in der Übersetzung gegeben hat. Die armnre coi)ulatrice, am Ende des Ductus ejaculatorius befindlich, ist in der Kuhelage in das .Abdomen zurückgezogen und wird erst zur Begattung oder auch beim plötzlichen Tod des Tieres in Rea- genzien ausgestülpt. Düeour untersclieidet an ihr 3 konstante Teile, die piece basilaire, den forceps und den fourreau de la verge, zu denen sich bisweilen eine volselle und ein hypotome gesellen. 1. Die ])iece basilaire, wie der Name sagt, an der Basis des ganzen Ap])arats gelegen, bildet stets ein einheitliches, mehr oder weniger stai'k ausgebildetes Stück, an dem man nicht selten eine median vertiefte Furche erkennt. An dieses Basalstück setzen seitlich die AluskeJn an, welche den ganzen Apparat am Abdomen befestigen. 2. Der stark cliitinisierte forceps bedingt infolge seiner stets mächtigen Kntfaltung jeweils die Form des Copulationsorgans und besteht aus 2, wie die Arme einer Zange gegeneinander beweg- lichen bran dies du forceps, die gelenkig in der piece basilaire stecken. 3. Zwischen den beiden branches du forceps liegt das eigent- liche Begattungsglied, der fourreau de la verge. Dieses Penis- etui ist von wechselnder Länge und an seiner dorsalen und ventralen Wand gewöhnlich dünnhäutig, während die lateralen Zonen durch ihre stärkere Chitinisierung auffallen und von Dufour den Namen bagnettes du fourreau erhalten haben. Diese treten bei manclien Hymenoiiteren-Arten als selbständige, bewegliche Stäbe neben dem eigentlichen zentralen Penisetui auf und scheinen die ^'agina bei der Copulation gespannt zu erhalten. Dufüur schreibt ihnen eine große Bedeutung für die Artunterscheidung zu. Zool. .Jalirb. XXVI. Abt. f. Syst. -3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22465819_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)