Licence: Public Domain Mark
Credit: Untersuchungen ueber die Peptonurie / von Ernst Stadelmann. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
100/116 (page 98)
![Pepton (B.) d. h. Albiimosen (von Pepton Kühne's kann garnicht die Rede sein) unzweifelhaft erfolgen muss. Wir haben heut zu Tage keine Methode, durch welche eine vollkommene Abscheidung von Albumin gelingt, keine Methode, durch welche Albumin in so schonender Weise entfernt werden könnte, dass dabei keine Um- wandlungen von Albumin in Atmidalbumin, resp. in Albumosen erfolgten. Selbst die Alkoholfällung macht nach den Angaben von Alexander Schmidt, Huppert, Hammarsten, Neumeister Albumin nicht vollkommen unlöslich, selbst wenn es Monate lang unter Alkohol steht. Schliesslich möchte ich nur noch nebenbei erwähnen, was ja besonders für Diejenigen in Betracht kommt, welche das Hofmeister'sche Yerfahren benutzen wollen, um trotz meiner bisherigen Einwendungen Pepton sogar quantitativ im ürine nach dem Vorgange von Maixner zu bestimmen. Phosphorwolframsäure - das darf man wohl ausden Angaben verschiedener Autoren entnehmen, mit denen sich meine Erfahrungen vollkommen decken — fällt Pepton (K.) ausserordentlich ungenügend (Kühne u. Chittenden, Kobert^), Neumeister^) selbst bei Anwesenheit freier Schwefelsäure. Neum ei ster fand an reinen Präparaten, dass durch Phosphorwolframsäure „vollständig nur die Proto- und Heteroalbumose gefällt werden, dass dagegen von den Deuteroalbumosen stets geringe Mengen der Fällung entgehen, die Peptone (K.) aber höchst unvollkommen ausgeschieden werden. Nehmen wir nun aber einmal an, — was ich ja, wie ich schon früher ausführte, noch keineswegs als sicher gestellt ansehe, — dass es sich bei jenen Fällen, welche unter Peptonurie beschrieben sind, gelegentlich um die Ausscheidung geringer Mengen von „primären Albumosen gehandelt hat, welche Erklärung haben wir dann für diese Alburaosurie? Da Eiter selbst primäre Albumosen, wenn über- haupt, so doch nur in Spuren entliält, so können diese kaum die Ursache für eine Albumosurie sein. Denkbar wäre es ja, dass unter dem Einflüsse gewisser Bacterien, sich Albumosen gelegentlich im 1) Zeitschr. f. Biologie [N. F.] Bd. 4. 2) Chemiker-Zeitung 1889. 3) Zeitschr. f. Biologie [N. F.J Bd. VIII, 340.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993944_0102.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)