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Credit: Untersuchungen ueber die Peptonurie / von Ernst Stadelmann. Source: Wellcome Collection.
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![Pepton (K.) als charakteristisch angesehenen — Thatsache, dass alle diejenigen Proteinsiibstanzen als Peptone anzusehen seien, welche die Essigsäiire-Ferrocyankaliiimreaction nicht mehr geben, legte Hof- meister lind alle seine Wege wandelnden späteren Untersucher einen entscheidenden Werth auf diese Eeaction. Blieb sie im fil- trirten Harne aus, so wurde der Harn als eiweissfrei angesehen, dasselbe galt für den eiweisshaltigen und enteiweissten Harn und der Eiweisskörper, der dann nach dem Hofmeister'sehen Ver- fahren wiedergewonnen wurde, musste — so schloss man — Pepton sein, denn er hatte die Essigsäure-Forrocyankaliumreaction nicht ge- geben. Es ist richtig, dass die Fällung mit Essigsäure und Ferro- cyankalium alle bisher untersuchten Eiweisssubstanzen und Albumosen ohne Ausnahme geben, aber dieselbe hat eine irgendwie in Betracht kommende Grenauigkeit nur für reine Lösungen Es ist schon früher von mir die Thatsache erwähnt worden, das die Gegenwart von Pepton (K.) ihre Empfindlichkeit bedeutend schwächt und in noch höherem Maasse bewirken dies Salze. Es finden sich in der Literatur schon Angaben hierüber. NoOr- den^) erwähnt gelegentlich, dass die Essigsäure-Ferroncyankalium- reaction in äusserst concentrirten salzreichen Harnen nicht gelingt; bestimmte Angaben hierüber macht Neumeister^). Zur Zeit als Hofmeister seine Untersuchungen anstellte und seine Methode ausarbeitete, war hierüber nichts bekannt, wie auch damals die Chemie der Proteinsubstanzen in ein dichtes Dunkel gehüllt, der Begriff von Pepton ein ganz anderer als heut zu Tage war. Aber Devoto, welcher nach seiner eigenen Angabe auf unsere neu er- worbenen Kenntnisse gestützt eine neue Methode ausarbeitete, nach welcher dann auch einige Autoren arbeiteten, ist ein weiterer Vorwurf daraus zu machen, dass er diese und ähnliche Angaben unberücksichtigt Hess, dass er sich nicht bemühte, die in seiner eigenen Arbeit hervortretenden Widersprüche zu klären, die, wie ich schon früher erwähnte, darin gipfeln, dass er Pepton (K.) im Harne 1) „Ueber Albuminurie bei gesunden Menschen. Deutsches Arch. f. klin. Medicin, Bd. 38, S. 222. 2) Zeitschr. f. Biologie [N. F.] Bd. VIII, S. 336.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993944_0093.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)