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Credit: Untersuchungen ueber die Peptonurie / von Ernst Stadelmann. Source: Wellcome Collection.
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![ich sehe wenigstens keinen Grund, warum dem nicht so sein sollte. Zugesetzt wird den Nährlösungen ja meistens Witte'sches Pepton, also Albumosen. Ob sie aus demselben viel Pepton (K.) bilden, ist noch zweifelhaft und gilt wohl fast nm^ für die Fäulnissbacterien. In der Koch'sehen Injectionsflüssigkeit fand Kühne') geringe Mengen von Pepton (K.), die im Tuberculocidin (Klebs) zu fehlen scheinen. Im Eiter, in welchem ja bekanntlich die verschiedensten pathogenen Mikroorganismen enthalten sind, suchten wir wie gesagt Pepton (K.) vergebens. Auch Senz hatte in Uebereinstimmung mit ims in bronchitischen und phthisischen Sputis, und im Eiter das Pepton Brücke's stets, dagegen nie das Kühne's gefunden. Es erschien nun wichtig, den Eiweisskörper genauer kennen zu lernen, der nach Hofmeister's Methode aus dem Eiter gewonnen wird, zu welchem Zwecke grössere Mengen von stark eiterhaltigem Sputum verarbeitet wurden. Die vereinigten Endfiltrate ergaben deutlich die Biuretreaction. Sie wurden mit Schwefelsäure vom Baryt befreit, filtrirt, mit dem Eiltrate sowohl die Biuretprobe, wie die Ferrocyankalium - Essigsäure - imd Xanthoproteinprobe vorge- nommen, von denen nun die erstere positiv ausfiel. Der Nieder- schlag wurde nun zuerst mit destillirtem Wasser angerührt, gründ- lich mit demselben in der Reibschale verrieben, filtrirt, das Eiltrat mit denselben Proben geprüft — keine ergab ein deutlich positives Resultat. Durch Auswaschen mit verdünnter Schwefelsäure konnte auch nichts ausgezogen werden. Schliesslich wurde der Niederschlag mit Ammoniakwasser ausgezogen, das Filtrat mit dem ersten Wasch- wasser des schwefelsauren Baryt, welches auch schon die Biuretprobe ergeben hatte, vereinigt, bei neutraler Reaction unter gelinder Wärme auf dem Wasserbade etwas eingeengt, wobei die Flüssigkeit klar blieb. Die Biuretprobe ergab prachtvolle violette Färbung, auch die Xanthoproteinprobe fiel positiv aus, dagegen ergab die Probe mit Essigsäure und Ferrocyankalium kein Resultat. Nach Sättigen der neutralen Flüssigkeit mit Steinsalz entstand eine ziemlich reich- liche Fällung, die beim Aufkochen sich kaum löste. Vom Nieder- schlage wurde abfiltrirt, im Eiltrate wurde durch Zusatz von mit 1) Zeitschr. f. Biologie, Bd. 29, [N. F.] Bd. XI.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993944_0097.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)