Zur Morphologie : Reisebemerkungen aus Taurien / von Heinrich Rathke.
- Martin Heinrich Rathke
- Date:
- 1837
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![Bruthöhle verläuft, und ausserdem auch das hinter dieser Ilauf1 gelegene Zell- gewebe immer lockerer werden, rücken die horizontalen und zum Theil einan- der deckenden Tafeln der zwei untern Schilder eines jeden der Gürtel, die zu jenem Schwanzstücke gehören, allmälig aus einander, so dass zuletzt die einander zugekekrten Ränder jener Tafeln einander nur berühren, ja in der Mitte der Bruthöhle sogar von einander etwas abstehen (Fig. 5.) Beide Vor- gänge sind es auch, in Folge deren die ursprünglich ganz platte untere Seite des Schwanzes, da wo sie jetzt die obere Wand der Bruthohle bildet, allmälig ein etwas konkaves Aussehen erhält: denn eines Theiles trägt zu diesem Aussehen die angegebene Richtung der zu Tafeln ausgewachsenen Kanten Etwas bei* an- dern Theils richten sich die loser gewordenen horizontalen Tafeln der zu den vordem Schwanzgürteln gehörigen untern Schienen etwas schräge nach innen und oben, indem innerhalb der fest geschlossenen Bruthöhle die immer grösser werdenden Jungen gegen sie andrängen. Wenn die jungen Syngnathen die Bruthöhle verlassen wollen, wird der eiweissartige Stolf, der die Falten jener Höhle fest vereinigte, durch die Einwirkung der Blutgefässe dieser Falten wahrscheinlich aufgelöst, dadurch aber die Spalten zwischen diesen Falten für den Durchgang der Jungen frei gegeben. Sind die Jungen endlich entleert, so werden von nun an die Fal- ten und die Vorsprünge der Gürtelkanten resorbirt, die Haut der untern Seite des Schwanzes wieder fester, und die horizontalen Tafeln der untern Gürtel- schienen wieder etwas über einander geschoben. Mehrere Syngnathen habe ich gesehen, bei denen nach dem Gebären diese Vorgänge olfenbar im Werke waren. § 4. Wie ich durch die Isis [Heft 7 vom Jahrgange 1833] erfahren habe, so hat der Dr. C. U. Ekström in den Verhandlungen der königlich schwedischen Akademie der Wissenschaften vom Jahre 1831 die Mittheilung gemacht, dass die Gattung Syngnathus das Eigne habensolle, „dass das Weib- chen seine Eier in den Körper des Männchens absetzt, welches sie befruchtet und ausbrütet, und während der Entwickelung der Jungen alle Pflichten mütterlicher Fürsorge aus übt. Diese Entdeckung tritt allen Erfahrungen, die über die geschlechtlichen Verhältnisse der Thiere bisher gemacht worden sind, so stark entgegen, dass](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289720_0161.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


