Zur Morphologie : Reisebemerkungen aus Taurien / von Heinrich Rathke.
- Martin Heinrich Rathke
- Date:
- 1837
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![Dotter schon völlig absorbirt worden ist, sondern schon einige Zeit vorher. Wenn nämlich der Dotter zum grössten Theile verbraucht worden ist, stellt der von ihm angefüllte Dottersack einen langen Schlauch dar, der nun, indem die Bauchhöhle an Weite immer mehr zunimmt, der Nabelsack dagegen sich immer mehr verengert, zuletzt durch die lange und jetzt auch weiter gewordene Oeff- nung dieses Sackes in die Bauchhöhle hineingleitet, wo er dann bis zu seinem völligen Vergehen dicht unter dem Darme gelagert bleibt. Ist er in die Bauch- höhle gänzlich aufgenommen worden, so dehnt er sich in dieser nun in dem Masse in die Länge aus, dass sein hinteres Ende nach einiger Zeit bis nahe an das Ende der Bauchhöhle hinreicht. Dorthin auch wird mitunter der grös- sere Theil seines Inhaltes hingedrängt, in Folge dessen dann die hintere Hälf- te der Bauchhöhle einige Zeit hindurch eine langgestreckte und ziemlich starke Anschwellung zeigt. (Fig. 10.) Anmerkung. Carus hat die Ansicht aufgestellt [Erläuterungstafeln. Heft III. S. 16. und Lehrbuch der vergl. Anatomie, zweite Auflage Theil II. S. 808], dass bei den Fi- schen das Fett des Dotters in die Gallenblase übergehe, und dass ein Theil des Dot- tersackes zu dieser blase werde. Dagegen aber sprechen die Wahrnehmungen, die ich theils am Bleunius vivipurus, theils auch an den Syngnathen gemacht habe, durch- aus. Bei jenem Fische liegt der Dottersack oder die Dotterblase vor der Leber, die Gallenblase aber hinter derselben-, mithin kann unmöglich die erstere Blase zu der letztem werden, noch auch das Fett aus jener in diese hinüberwandern. Bei den Syngnathen aber rückt der Dottersack, nachdem er in die Bauchhöhle ganz aufgenom- inen ist, und nachdem er schon lange zuvor seine Höhlenverbindung mit dem Darm- kanale verloren hat, von der Leber etwas weg und nach hinten hin , und steht dann sowohl mit der Leber als mit dem Darmkanale nur durch Blutgefässe in Verbindung. Demnach kann er auch bei diesen Fischen sich unmöglich zu der Gallertblase um- wandeln. Ueberdiess habe ich beim B/ennius die Gallenblase schon zu einer sehr frü- hen Zeit des l'ruclitlehens gesehen, wann der Dottersack noch lange nicht bis auf die Hälfte seines ursprünglichen Umfanges verkleinert war. Der Schwanz wird sehr viel länger, als der Rumpf, und nimmt auch im Verhältniss zu seiner Höhe immer mehr an Dicke zu. Anfangs ist er von den Seiten sehr abgeplattet, allmälig aber wird er rundlich, und zuletzt noch vor der Geburt der Embryonen undeutlich vierkantig. *](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289720_0176.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


