Zur Morphologie : Reisebemerkungen aus Taurien / von Heinrich Rathke.
- Martin Heinrich Rathke
- Date:
- 1837
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![vulgaris, wie ich sie oben in diesem Werke von den verwandten Thieren des schwarzen Meeres geschildert habe. 4.) Von Palaemoti squilla erhielt ich nur ein einziges Exemplar, des- sen Embryonen schon über die Mitte des Eilebens hinaus waren. Durch ei- nen glücklichen Umstand gelang es mir, an ihnen Manches ganz deutlich zu erblicken, was gewahr zu werden ich früher an den Embryonen einer andern Species vergeblich gestrebt hatte. Wenn ich nämlich ein Ei eine Weile hatte in sehr verdünnter Salpetersäure liegen lassen, so konnte ich seine Hüllen mit leichter Mühe von den übrigen Theiien abziehen, ohne den Embryo zu beschädigen, konnte also den Embryo ganz entblösst untersuchen. Die Ursache davon lag vielleicht darin, dass das Ei etwas grösser war, als das von Pa- laemoti adspersus, und dass es etwas dünnere Hüllen hatte. — Was ich nun an dem Embryo gefunden, will ich in dem Folgenden umständlich berichten und durch eine Abbildung verdeutlichen. Die Augen (a, a, in der beiliegenden Abbildung) waren, wie bei den altern Embryonen von Carduus Maenas, enorm gross, verhältnissmässig weit grösser, als zu irgend einer Entwickelungsperiode bei Astacusfluviätilis, über- haupt die grössten von allen an der Bauchwand aussen befestigten Orga- nen. Es ist dieses Verhältnis um so auffallender, da sowohl bei Palämon, als auch bei Carcinus, die Augen späterhin nicht besonders auffallend gross sind. Jedes Auge war deutlich aus einem kurzen, dicken Stiele a*, und einem etwa noch einmal so grossen rundlichen Bulbus zusammengesetzt. Von dem letztem bestand die äussere Hälfte grossentheils aus rundlichen, röthlichen, mässig grossen Körnern, die in einer einfachen Schichte neben einander lägen, so dass dieser Theil des Auges mit dem congregirten Auge eines Isopoden die meiste Aehnlichkeit hatte. Es ist dieser Umstand in sofern merkwürdig, als bei dem erwachsenen Palämon der Bulbus grösstentheils aus pyramidal] scheu Körperchen besteht, mithin jene, einen niedern Entwickelungszustand bezeich- nenden Kugeln sich allmälig in Pyramiden umwandeln müssen. Ueber der an- gegebenen Schicht lag als Hülle eine einfache Schichte sehr viel kleinerer farb- loser, und durch ein formloses Bindemittel zusammengehaltener Körner, oder mit andern Worten eine Schicht von solchem Bildungsgewebe, als woraus noch der grössere Theil des Leibes bestand. Die letztere Schicht wird nach-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289720_0185.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


