Zur Morphologie : Reisebemerkungen aus Taurien / von Heinrich Rathke.
- Martin Heinrich Rathke
- Date:
- 1837
Licence: Public Domain Mark
Credit: Zur Morphologie : Reisebemerkungen aus Taurien / von Heinrich Rathke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![aufnahme des Embryo’s erfolgt, und der also eine Art von Nabelschnur dar- stellt. Ob aber dieser Fortsatz mit dem blinden Ende des Anhanges, in dem der Embryo sich ausgebildet hatte, zusammenhing, liess sich, da die innern Theile des trächtigen Scorpiones, also auch wohl die Embryonen, im Wein- geiste ganz aufgeweicht und wie aufgelöst erschienen, nicht herausfinden. Diese Angabe über den Zusammenhang zwischen Mutter und Frucht erregte in mir, als ich die Krimm bereiste, den Wunsch, den dort an der Südküste nicht selten vorkommenden Scorpio europaeus im trächtigen Zustande untersuchen, und mich über jenen, aller Beachtung werthen Zusammenhang unterrichten zu können. Ich war desshalb erfreut, als ich um die Mitte des Mai’s [neuen Stils] bei Sudagh in den weitläufigen und überaus romantisch gelegenen Ruinen der genuesischen Festung Soldaja mehrere solche Thiere ansichtig wurde. Leider aber fand ich in ihnen, als ich sie nachher zerglie- derte, zwar viele und schon recht grosse Eier, doch in keinem derselben auch nur eine Spur eines Embryo’s. Eben so erging es mir mit andern Scorpio- non, die ich am Ende des Mai’s in den Ruinen einer Kirche bei Jalta und in einem alten Mauervverkc bei Alupka antraf und an ihren Fundörtern zer- gliederte. Ich nahm desshalb, weil ich bald darauf mich von der Küste in das Innere der Krimm begeben musste, wo keine Scorpione mehr Vorkom- men, von Alupka ungefähr 20 solcher lebenden Thiere in einer mit Papier- schnitzeln angefüllten und mit Ilaartuch verbundenen Flasche mit mir, hoffend sie noch einige Wochen am Leben erhalten zu können. Diess gelang mir zum Theil auch wirklich, indem ich sie mit Fliegen fütterte, die ich in die Flasche, worin sie sich befanden, hineinsteckte. Denn am 6. Juli waren noch 10 von ihnen am Leben. Da ich ein paar Tage darauf von Nikolajew, wo ich mich damals befand, die weite Rückreise nach Dorpat antreten und diese möglichst schnell zurücklegen wollte, tödtete ich sie alle an jenem Tage, und unterwarf die weiblichen Exemplare sogleich einer nähern üntersuchung. Bei allen diesen Exemplaren fand ich schon ziemlich weit ausgebildete Embryo- nen, die dann sogle^h näher untersucht und gezeichnet wmrden. Als ich end- lich nach Dorpat wieder zurückgekommen war, schnitt ich noch eine ziem- lich grosse Anzahl weiblicher Exemplare auf, die ich zu Alupka in schwa- chen Weingeist gelegt hatte, und traf auch unter diesen mehrere und übrigens](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289720_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)