Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden.
- Hahn, Johannes, 1865-
- Date:
- 1888
Licence: Public Domain Mark
Credit: Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
28/76 (page 22)
![Diftlieric der AVunde führte zur Ablösung sämtlicher schon an- geheilter Läppchen — der Lappen fast ausnahmslos ohne Rettung verloren, auch wenn die Anheilung seit langer Zeit vollendet ist. Natürlich müssen es nicht immer solche specifische Streptokocken und Bacillen sein; jeder sonst auch noch so unschuldiger Mikro- und Makrokockus kann, wenn seine Anwesenheit eine Eiterung herbei- führt, zur Cümgrän des Lappens führen, sei es durch die infolge der Entzündung eiuti'eteude Circulationsstörung, sei e.s durch eine den Lappen von seiner ITntei'lage abhebend(> Eiteransammlung. Ist man sicher, aseptisch operiert zu haben, so kann man den Verband 8 bis 4 Tage liegen lassen. Da hat es natürlich keinen Zweck, ihn früher abzunehmen. Befürchtet man Eiterung, so wird man den Verband schon früher erneuern, um die Wunde zu reinigen. Gelingt die An- heilung gut, so findet man in der angegebenen Frist den Lappen schon vollständig angewachsen. Nun kann man sich mit einem als Verband dienenden Borsalbe-Läppchen begnügen, das man alltäglich erneuert, um dabei zugleich mit Watte und schwacher 8ublimat- lösung zu reinigen. Nimmt man die zur Transplantation dienenden Hautlappen von einem anderen Menschen, so ist es unerjässlich, dass jeder Verdacht auf infecti()se Constitutions- und Allgemeinerkrankungen ausgeschlossen ist. In dieser Hinsicht ist ganz besonders zu achten auf Ijues, die ja oftmals nur bei genauster Untersuchung nachweisbar ist. 8elbst wenn der Lieferant früher durch eine gründliche Behandlung an- scheinend geheilt war und vielleicht seit längerer Zeit keine Er- scheinungen mehr gehabt, auch die ausersehene Hautstelle anscheinend vollkommen gesund ist, so scheint es mir, trotz alledem nicht zu rechtfertigen, durch ein solches Individuum einen vielleicht im übrigen ganz gesunden Menschen der Gefahr der Infection auszusetzen. Wenn das Luesgift noch im Körper voi'handen ist, so kann es auch im Gewebe des zu transplantierenden Lappens stecken; und dass ge- legentlich eine selbst 50 Jahre und mehr nach der Behandlung »latent« gebliebene Lues in der sog. Spätform A-on neuem auftrat, ist allgemein bekannt. Ob und in welchem Umfange solche Infectionen bis jetzt vor- gekommen, ist nicht statistisch nachgewiesen. Dagegen zeigt eine Notiz von Schajjer *^, dass Infection mit \'ariola schon vorgekommen ist. Einer Patientin, die sich, wie sich das später ergab, im Pro- dromalstadium der Variola befand, wurde wegen einer schweren Ver- letzung durch ]Maschinengewalt der Arm amputiert, und die Haut davon zu Transplantationen bei 4 Personen benutzt. Bei der ersten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21220189_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)