Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden.
- Hahn, Johannes, 1865-
- Date:
- 1888
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Credit: Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden. Source: Wellcome Collection.
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![2() - matisoh gereizten« Mutterbodoii auf den La])i)(>n. Nach ihm rauss man sich vorstellen, dass bei Aufpflanzung auf frische Wunden der Mutterboden ein Granulationsgewebo produciert, welches /wischen die Elemente des aufgepflanzten Hautstückes einwächst und diesem seine Gefasse zuführt. Zugleich tritt eine plastisch-entzündliche Inflltration des Lappens mit Leucocyt(Mi ein, die, gewissermassen als eine modi- ficierte (Tranulationswuchei'ung, weiter VDi'zudringcn imstande sind und im ^ereiu mit den eigentlichen (-Jranulationen die Ernährung des Lappens bewirken. Man hat sich demnach die Anheilung als ein schrittweises Erobern des Terrains durch })lastIsche Processe, die vom Mutterboden ausgehen < , zu denken. Soweit im Lappen nach der Oberfläche zu die plastische Infiltration mit Leucocyten reicht, so weit heilt das transplantierte Stück au; an der Grenze, wo diese Infiltration mit dem von oben her fortschreitenden Absterben zusammen- triflt, dringen die Leucocyten nicht weiter vor, häufen sich hier an und bilden die Demarcations-Linie: alles was oberflächlicher liegt, verfallt der Gangrän. Der plastische Process findet seinen Abschluss mit der Umwandlung der Leucocyten in Bindegewebskörperchen. Die Röhrenverbindung und Eröffnung der im Lappen vorhandenen alten Gefässe mit denen des Wundbodens ist nicht ganz abzuleugnen, ge- hört aber zu den Seltenheiten. Falls auf eine granulierende Fläche transplantiert wird, ist der Process in der Hauptsache ebenso: nur dass die Granulationen des Wundbodens nicht erst zu entstehen brauchen. Diese Schilderung der Vorgänge enthält gewiss einiges Ansprechende; sie erinnert an die Organisation des Thrombus und dergl. Aber man sieht ihr gleich an, dass sie nicht hinreicht, um das Anwachsen mitsamt Epidermis plausibel zu machen. Eine andere Darstellung gibt Weiss (l. c. p. 31)) nach seinen Untersuchungen bei Transplantation auf granulierende Flächen. Nach ihm bildet sich zwischen der Unterfläche des Lappens und der Ober- fläche der Granulationen eine Schicht exsudierter Eiweissmasse von ungleichmässiger Dicke, die wie ein Kitt wirkt. Von den Gra- nulationen ragen in die Cutis formliche Zellzapfen, denen er eine Beziehung zu den neuen Gefässen zuschreibt. Weiter reichen seine Angaben nicht. Ganz anders Thiersch^^. welcher Gelegenheit hatte, seine Untersuchungen an Präparaten \oui Menschen zu' machen. Ein Bräu- knecht litt an einem grossen und nicht mehr dauernd durch Trans- plantation zu heilenden Unterschenkelgeschwür. Nachdem die Ablatio beschlossen war, benutzte Thierseh die nächsten Wochen, um auf](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21220189_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)