Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden.
- Hahn, Johannes, 1865-
- Date:
- 1888
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Credit: Uber Transplantation ungestielter Hautlappen nach Wolfe, mit Beruchsichtigung der ubrigen Methoden. Source: Wellcome Collection.
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![Auch die interessante Ersclicinung, welche mclirfiicli — von Pollock (1. c), Reverdin, Hodgen'*'' u. a. — beobachtet ist, dass .nämlich die pigmentierte Haut von Negern, auf diese Weise über- pflanzt, und umgekehrt, sich nach einer gewissen Zeit entfärbt resp. Pigment bildet, spricht für den erlöschenden Einfluss degenerierender und den erwachenden Einfluss neu — etwa durch Sprossung aus der Umgebung — auftretender trofischer Nerven. Ahnliches gilt auch für die sensibeln Nervenelemente. Wenn auch manche Fälle beschrieben sind, besonders aus früherer Zeit, in denen z. B. nach Anheiluug einer abgehauenen Nasenspitze, die Empfindung sich in wenigen Tagen Avieder eingestellt haben soll, — so die erst nach 2 Stunden wieder angefügte Nase von Markiwicz ^ —, so dauerte es doch meist längere Zeit, bis man sich von ihrer Rückkehr überzeugen konnte. Lawson-''^ sah die Sensibilität nach 14 Tagen wieder eintreten, Heiberg und Schulz'-^ nach 5 Wochen. Weiss (1. c. p. 37) konnte sie nacli einem Vierteljahr noch nicht constatieren. In dem Fall Doris H. (No. 18) gelang es auch mir nach 8 Wochen noch nicht, eine Empfindung in den angeheilten Lappen nachzuweisen. Ich glaube, dass man eine mehr weniger constante Beziehung zwischen der Grösse des Lappens und der Zeit des Eintretens der Sensibilität vermuten darf, indem diese wohl bei kleineren Hautteilen früher nachweisbar sein wird, als bei grossen. Bis jetzt sind die Beobach- tungen noch zu spärlich für die Entscheidung der Frage. Die Indicationen für die Transplantation ungestielter Lappen nach Wolfe sind umfassender als die für alle anderen Methoden; jeden- falls kann mau sie in allen Fällen, in denen überhaupt Hauttrans- ])laiitationen erwünscht sind, anwenden. Ausserdem gestattet die Methode die Verwendung zu plastischen Operationen ; und ihre Aus- führung ist nicht an das Vorhandensein von guten Granulationen ge- bunden. Anwendbar ist die Methode: zur Heilung von Geschwüren , die so gross sind, dass ihre Über- nai'bung sehr lange Zeit in Anspruch nehmen würde, oder solchen, die infolge von Torpidität überhaupt keine Fortschritte in der Heilung machen; in derartigen Fällen excidiert man Grund und Umgebung des Geschwüres; das Abkratzen dürfte sich weniger empfehlen, weil dadurch der Wundboden rauh und unregelmässig wird: zur Deckung nach grossen Substanz Verlusten durch Lupus, Syfilis, P^'ostgangrän; nach Verbrennung, Verätzung, Skalpierung (meist durch MaschinengeAvalt); nach Schutzverletzung (Abreissung von Körper- teilen durch Granatsplitter u. s. w.); nach Operationen, durch die grosse Partien der Haut geopfert](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21220189_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)