Die Antikörper : Resultate früherer Forschungen und neue Versuche / von Emil Freiherr von Dungern.
- Dungern, Emil, Freiherr von.
- Date:
- 1903
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Antikörper : Resultate früherer Forschungen und neue Versuche / von Emil Freiherr von Dungern. Source: Wellcome Collection.
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![X. Liefern die Zellen des Blutes Präcipitin ? Die Frage nach dem Sitz der Antikörperbildung ist schon öfters Gegenstand der Untersuchung gewesen. Man suchte dieselbe dadurch zu entscheiden, daß man die verschiedenen Organextrakte zu Beginn der Antikörperproduktion quantitativ auf ihre Wirksamkeit prüfte. Bei einigen bakterieiden Immunkörpern und beim Abrin konnte da- durch, wie schon erwähnt, ein Resultat erzielt werden, bei den hämolytischen Immunkörpern kam man dagegen zu keinem sicheren Ergebnis [Metschnikoff1)]. Bei den Präcipitinen ist dieses Ver- fahren nicht leicht anzuwenden, da es nur schwer gelingt, aus den zerriebenen Organen klare Lösungen darzustellen. Ich habe daher auf diese Weise nur festgestellt, daß die aus Knochenmark und Leber normaler Kaninchen durch Gefrierenlassen und Extrahieren bei 37° gewonnenen Extrakte Majaplasma nicht zu präeipitieren vermögen, im übrigen die Methode aber nicht weiter benutzt. Es gelingt dagegen, auf andere Art wenigstens ein Gewebe des Kaninchenorganismus, die Zellen des Blutes, isoliert auf Präcipitin- produktion zu untersuchen, und zwar dadurch, daß man dieselben einem vorbehandelten Tiere entnimmt und ohne Schädigung in das Blut eines anderen gleichartigen Individuums, dessen Gewebe keine Antikörper produzieren, überführt. Die Transfusion muß nur zu einer Zeit gemacht werden, wo im Blutplasma des in der Präcipitin- bildung begriffenen Tieres weder präcipitable Substanz noch Präcipitin vorhanden ist. Die Zeit, während welcher dies der Fall ist, kann mit Hilfe der Präcipitinreaktion ohne weiteres festgestellt werden, sie beträgt, wenn nicht zu große Mengen von Majaplasma injiziert worden sind, bei normalen, nicht vorbehandelten Kaninchen immer mehrere Tage. Ich habe bis jetzt zwei derartige Versuche vorgenommen. Das Blut wurde dabei in dem einen Falle 2 Tage, in dem anderen Falle 4 Tage nach der Injektion des Majaplasmas aus der Schenkelarterie abgelassen und sofort in demselben Momente, ehe es gerinnen konnte, mit der Spritze in die Ohrvene eines anderen Kaninchens eingeführt. Kaninchen 2 8, 1400 g schwer, erhält soviel Majaplasma in die Ohrvene eingespritzt, daß sein Serum noch in 8-facher Verdünnung mit 16-wertigem Präcipitinserum einen starken Niederschlag giebt. Am folgenden Tage ist keine präcipitable Substanz mehr im Serum vorhanden. 2 Tage nach der Einspritzung werden 40 cem seines Blutes in die Ohrvene von Kaninchen 2 9, 1220 g schwer, eingeführt. 4, 5, 8, 1) Metschnikoff, Ann. Inst. Pasteur, 1899, p. 751.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21174611_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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