Die Antikörper : Resultate früherer Forschungen und neue Versuche / von Emil Freiherr von Dungern.
- Dungern, Emil, Freiherr von.
- Date:
- 1903
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Antikörper : Resultate früherer Forschungen und neue Versuche / von Emil Freiherr von Dungern. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
33/126 (page 25)
![des zur Kontrolle dienenden Serums eines normalen Menschen um mehr als das 20-fache, V250 ccm war scnon genügend, um die in 4 Tagen erfolgende Verflüssigung der Gelatine von 4 mm Höhe voll- ständig aufzuheben, während die hemmende Wirkung des gleichen Serums auf das Ferment der Choleravibrionen etwa 9mal, auf das Ferment der FiNKLER-PRiOR'schen Vibrionen etwa 18mal geringer war. Die Produktion solcher Antifermente scheint aber nicht immer zu erfolgen. So habe ich bei späteren Versuchen nach der Behand- lung von Kaninchen mit dem peptonisierenden Ferment des Bacillus pyocyaneus keine stärkere antifermative Kraft des Serums finden können, während nach meinen früheren Beobachtungen eine soche bei Meerschweinchen nach der Einführung des Fermentes der Finkler- schen Vibrionen zu konstatieren war. Auch gegen andere Fermente sind schon Antikörper erzielt worden. So gegen Emulsin | Hildebrandt1)], gegen Lab und Cyanase [Morgen- roth2), Briot3)], gegen das Fibrinferment [Bürdet und Gengou4)], gegen Pankreatin [Achalme 5)], Tyrosinase [Gessard 6)], Pepsin [Sachs 7)]. In den letzten Jahren hat das Gebiet der Antikörperlehre aber eine noch viel wesentlichere Erweiterung erfahren durch die Entdeckung der specifischen Hämolysine, Cytotoxine und Präcipitine. Schon seit längerer Zeit ist es bekannt, daß im Organismus nicht nur Spaltpilze, sondern auch Blutkörper einer fremden Tierart getötet werden. Es findet dabei eine Auflösung der roten Blut- körperchen statt, ganz ähnlich wie auch durch andere Agentien, die das Blut lackfarben machen. Durch das rasche Zugrundegehen der fremdartigen Blutkörper werden hochgradige Gerinnungen hervor- gerufen, die zu bedrohlichen Erscheinungen führen können; die Transfusion von fremdem Tierblut ist daher völlig aufgegeben worden [Landois8)]. Derartige globulicide Wirkungen wurden in vielen Fällen auch außerhalb des Tierkörpers beobachtet, wenn man frisches Blut- serum einer fremden Tierart dem Blute zusetzte. Daremberg9) und 1) Hildebrandt, Virch. Arch., Bd. 131. 2) Morgenroth, Oentralbl. £ Bakt, 1899, Bd. 26, und 1900, Bd. 27. 3) Briot, These de Paris, 1900. 4) Bordet et Gengou, Ann. Inst. Pasteur, 1901. 5) Achalme, Ann. Inst. Pasteur, 1901. 6) Gessard, Ann. Inst. Pasteur, 1901. 7) Sachs, Fortschritte d. Med., Bd. 20, 1902. 8) Landois, Zur Lehre v. d. Bluttransfusion, Leipzig 1875. 9) Daremberg, Arch. d. Med. exp., 1891 .](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21174611_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)