Über die äuszere Körpergestalt eines Fetus von Elephas Maximus / von K. Toldt.
- Carl Toldt
- Date:
- 1913
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Credit: Über die äuszere Körpergestalt eines Fetus von Elephas Maximus / von K. Toldt. Source: Wellcome Collection.
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![gemeinen weder beim Mammut (Möbius), noch bei den rezenten Elefanten (deMeijere) zu erkennen. Auch beim Fetus konnte ich, abgesehen von den Verhältnissen am Rüssel und Schwanz, nichts Genaueres feststellen. Bei den Flußpferden und Nashörnern scheinen mitunter Gruppenbildungen von Haaren vorzu- kommen (de Meijere). Von den Sirenen sei hervorgehoben, daß bei größeren F'eten von Halicore diigong die stärkeren Haare besonders am Rücken deutlich in Längsreihen angeordnet sind (siehe insbesondere Kükenthal \b\). Die Procaviiden, unter welchen die auf Bäumen lebenden Formen {Dendroliyrax) eine etwas längere Behaarung besitzen als die Klippschliefer, haben, wie ich seinerzeit ausgeführt habe, ziemlich gut ausgeprägte Leithaare. Diese wären, wenn man dieses Haarkleid mit jenem des Mammuts in Verbindung bringen wollte, mit den starken Haaren desselben gleichzustellen. Die Leithaare von Procavia überragen allerdings die allgemeine Behaarung nicht so beträchtlich, wie das beim Mammut der Fall gewesen zu sein scheint. Damit würden bei ersterer eher die Rumpfspürhaare übereinstimmen; diese sind jedoch relativ spärlich und weit -— beim Fetus bereits zirka 8 mm — voneinander entfernt (Abstand zwischen den stärkeren Haaren beim Mammut 4 bis 5 mm). Nach de Meijere stehen die Haare bei Procavia (am Rücken) in Gruppen von 10 bis 15 Stück, von welchen eins in der Mitte etwas stärker ist (vgl. a. p. 23 [281]. Die feinere Struktur der Haare hat eine gewisse Ähnlichkeit mit jener der Elefantenhaare, bedarf jedoch noch einer eingehenderen Untersuchung (besonders bezüglich der Markverhältnisse). Ich glaube übrigens, daß man den Behaarungsverhältnissen im allgemeinen keinen besonderen Wert für die Beurteilung verwandt- schaftlicher Beziehungen zwischen Procaviiden und Elephantiden beimessen kann. Auch bei der folgenden speziellen Besprechung der Behaarung unseres Fetus wird diese mit der ganz junger, halberwachsener und erwachsener Elefanten sowie mit der des Mammuts kurz verglichen. Ebenso werden die Nashörner, Flußpferde und Procaviiden sowie die Sirenen und Cetaceen fallweise herangezogen; das geschieht naturgemäß nur zum geringsten Teile in Hinsicht auf verwandtschaftliche Beziehungen, sondern hauptsächlich, um die Verhältnisse bei einigen haararmen Formen im allgemeinen zu vergleichen. Zuvor sei noch folgendes bemerkt. Wie zum Teil bereits von früheren Autoren ausgeführt wurde, haben die uns gewöhnlich zur Ver- fügung stehenden Elefanten (desgleichen zum Teil auch die Nashörner und Flußpferde) — soweit es sich um solche handelt, die den ersten Lebensjahren entwachsen sind — zumeist bereits eine geraume Zeit in Gefangenschaft zugebracht. Solche Exemplare sind für diese Untersuchungen wenig geeignet, da bei ihnen die Haare durch das Reiben an den Käfigwänden, beziehungsweise -gittern, durch das Abbürsten von seiten des Wärters etc. besonders stark beschädigt und vielfach an der Basis abgebrochen sind. Das muß man bei derartigen Studien besonders beachten; dann erscheinen auch die Elefanten, ähnlich wie es Weber vom Flußpferd hervorgehoben hat, nicht so haararm, als es vielfach angegeben wird. In der Literatur fand ich nur wenig ausreichende Angaben (vgl. die Zusammenstellung bei Möbius) und so muß ich mich haupt- sächlich auf einige Beobachtungen beschränken, welche ich an dem feucht konservierten Rüssel des Neu- gebornen und des Muttertieres sowie an einigen gestopften Exemplaren des Wiener Hofmuseums und an den eingangs erwähnten lebenden Individuen der Schönbrunner Menagerie machen konnte. Die Unter- suchung der lebenden Tiere konnte naturgemäß keine gründliche sein. Betreffs des Mammuts vergleiche die Publikationen von Möbius, Pfizenmayer u. a.; die 1907 und 1909 erschienenen Abhandlungen von Sälensky kenne ich leider nur aus einem Referate. Von einigem Interesse sind auch die bildlichen Mammutdarstellungen des diluvialen Menschen, welche bekanntlich namentlich in letzter Zeit an Höhlenwänden in Frankreich, Spanien u. a. O. vorgefunden wurden (siehe Taf. V, Fig. 13). Bezüglich der Nashörner, welche bekanntlich im Diluvium gleichfalls durch dichtbehaarte Arten ver- treten waren, habe ich mich hauptsächlich auf ein gestopftes und ein lebendes Exemplar von der relativ stark behaarten Art siimatrensis Cuv. gestützt und beim Flußpferd auf die Arbeit von Weber](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22473956_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


