Über die äuszere Körpergestalt eines Fetus von Elephas Maximus / von K. Toldt.
- Carl Toldt
- Date:
- 1913
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Credit: Über die äuszere Körpergestalt eines Fetus von Elephas Maximus / von K. Toldt. Source: Wellcome Collection.
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![[261] 3 I. Allgemeines. über die Herkunft des Fetus nebst biologischen Bemerkungen über die indischen Elefanten in der kaiserlichen Menagerie zu Schönbrunn. Zunächst einige Angaben über die Herkunft des Fetus, welche ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Inspektors A. Kraus und des Herrn Adjunkten K. Müller verdanke. Das Muttertier kam am 10. Juni 1898 von Bangkok als Geschenk Seiner Majestät des Königs von Siam in die kais. Menagerie zu Schönbrunn; es war zur Zeit der Ankunft zirka fünf Jahre alt, sehr gut entwickelt und allem Anscheine nach gesund. Am 30. Juni 1910 gebar es ein weibliches Junges, das jedoch gleich nach der Geburt einging, da der Nabelstrang zu kurz abriß. Die Trächtigkeitsdauer war in diesem Falle nicht zu ermitteln. Im September des gleichen Jahres fanden neuerlich Kopulationen statt, und zwar im Verlaufe von unge- fähi drei Tagen zirka 15. Nach einiger Zeit kränkelte das Weibchen und verendete am 23. Juli 1911, und zwar, wie die Sektion ergab, an chronischer Magen- und Darmentzündung mit veralteten und neuen Geschwürbildungen. Das Tier war also zur Zeit des Todes zirka 18 Jahre alt^ und der Fetus befand sich im 11. Monate. — Der Vater, »Pepi« mit Namen, war am 18. Mai 1896 aus Bombay eingelangt und zur Zeit der Begattungen, von denen unser Fetus herrührt, gegen 20 Jahre alt. Von diesem Bullen stammte auch das eben erwähnte Neugeborne, sowie zwei weitere weibliche Nachkommen; diese wurden von einem heute zirka 26jährigen Elefantenweibchen, das gleichzeitig und vom selben Herkunftsorte wie der »Pepi« eintraf und »Mizi« genannt wird, in der Menagerie geboren, und zwar das »Mädi« am 14. Juli 1906 und die »Greti« am 1. Juni 1911. Beide, sowie die Eltern befinden sich gegenwärtig noch in der Menagerie und erfreuen sich des besten Wohlbefindens. Die Tragzeit betrug in dem einen Fall 21 Monate und einige Tage, im anderen genau 22 Monate. Nach Brehm fallen die meisten Geburten von indischen Elefanten in die Monate September bis November, ausnahmsweise in andere. In Schonbrunn fanden alle drei im Juni beziehungsweise Juli statt und auch der Fetus wäre vermutlich im Mai oder Juni zur Welt gekommen. Geburten, bei welchen bekanntlich auch einige Male Zwillinge beob- achtet wurden, und eine erfolgreiche Aufzucht von Elefanten, wie auch von Nashörnern und Flußpferden, sind m Tiergärten bekanntlich noch immer ein seltenes Ereignis und das Mutterglück der »Mizi« in Schönbiunn dürfte bisher einzig dastehen. (Über derartige Verhältnisse sowie über die Lebensweise der Elefanten im allgemeinen siehe zum Beispiel Brehm’s Tierleben, Mojsisovics, Bryden, Lydekker, Schiött, Tournier u. v. a.) Über die bisher bekannten Elefantenfeten, über die wissenschaftliche Bedeutung ihrer äußerlichen Untersuchung und über die Altersbestimmung von Elefantenfeten. Ein Elefantenembryo, beziehungsweise -letus ist noch stets ein seltenes und für die Wissenschaft sehr wertvolles Objekt. Aus der wissenschaftlichen Literatur sind mir nur sechs Exemplare bekannt (vgl. nachstehende Tabelle); von diesen stammen zwei noch aus dem 18. Jahrhundert und befinden sich, wie auch einzelne der übrigen, in schlechtem Zustande. Außerdem habe ich noch drei andere in der Literatur bisher nicht speziell erwähnte Feten in Erfahrung gebracht, so daß sich die Zahl der mehr weniger vollständigen Exemplare nunmehr auf zehn beläuft (fünf indische, fünf afrikanische). Zweifellos gibt es noch eine Anzahl mir unbekannter Exemplare. 1 Die Epiphysen der Röhrenknochen, der Wirbelkörper etc. waren bei diesem Individuum noch ganz frei.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22473956_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


