Grundriss der Physiologie des Menschen für das erste Studium und zur Selbstbelehrung / von G. Valentin.
- Gabriel Valentin
- Date:
- 1855
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Credit: Grundriss der Physiologie des Menschen für das erste Studium und zur Selbstbelehrung / von G. Valentin. Source: Wellcome Collection.
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![§. 108. Die Myristinsäure (CggHgyOa . HO), welche aus dem Myri- stin oder Muskatnussfett (C29H29O4), die Laurostearin- oder Pichiirimtalg- säure (C24H23O3 .HO), welche aus dem Laurostearin (C27H27O4) der Lorbeeren, die Coeinsäure (C2eH25 03 . HO), die aus dem Cocin (C25H23 O4) der Kokosnüsse gewonnen wird, gehören im Wesentlichen ebenfalls hier- her. Man stellt dagegen die Oelsäure (Cgg H33 O3 .HO), die übrigens in den verschiedenen Pflanzenölen wesentlich abzuweichen scheint, zu einer anderen Säurengruppe, die nach dem Schema ConH2ii_3O3 . HO zusammen- gesetzt ist und zu der auch die Döglingsäure (C38H35O3 . HO) des Wall- fischthranes gerechnet wird. Frucht- §. 109. Die Nahrungsmittel führen noch eine grosse Menge anderer und Gerb-stickstoffloser Säuren in den Körper ein. Die Kleesäure (C2 O3 . HO) des s uren. ^^uerampfers, der Rhabarberwurzel, der Flechten und vieler anderen Ge- wächse, die sich auch durch die Behandlung von Stärke oder Zucker mit verdünnter Salpetersäure künstlich erzeugen lässt, die Weinsteinsäure oder Weinsäure (C8H4O10 • 2 HO) der Weintrauben, der Feigen, der Maulbeeren, der Ananas, welche mit Kali den gewöhnlichen (KO -f- HO)(C8H4 0io) und den neutralen oder zweibasischen Weinstein (2 K O . C8H4OX0 -}- 2 H O) bildet, die Aepfelsäure (C8 H4 08 • 2 H O) der Birnen, Aepfel, Pfirsichen, Apri- cosen, der Vogelbeeren und vieler anderen Beeren, der Kartoffeln, der Mohrrüben, des Spargels, die Citronensäure (C12 H5 O^ . 3 H O -(- 2 H O) der Citronen, der sauren Kirschen, der Johannisbeeren und vieler anderen Pflanzentheile gehören zu den verbreitetsten Fruchtsäuren, die der Mensch geniesst. Die in verhältnissmässig grösseren Mengen vorkommende Gerbsäure (C9H3O5 . HO) der mannigfachsten Rinden, Früchte und Sa- men, der Schalen der Weinbeeren und vieler anderen Pflanzengebilde, die aus ihr darstellbare und oft neben ihr vorhandene Gallussäure (C7H3O5 .HO), die Kaffeegerbsäure (C14H8O7) der Kaffeebohnen und des Paraguaythees, die Boheasäure (C7H3O4 . 2H0) der Theeblätter sind andere ternäre Säuren, die wir häufig genug verzehren. Die Spargelsäure (C8H7N2O5) des Spargels, der Kartoffeln, der Runkelrüben und der Eibisch- wurzel dagegen gehört zu stickstoffhaltigen Körpern. Arznei- §. 110. Manche Arzneien liefern noch eigene stickstofflose saure säuren, ygj-bindungen, das Opium z. B. die Meconsäure (C14HO11 . 3HO), die China die Chinasäure (C14H10O10 • 2 HO), die Eichenrinde die Eichen- gerbsäure (C18H8O12) und das Catechu die Catechugerbsäure (C]8H8 08). Einzelne §. 111. Einzelne ternäre Säuren gewinnen dadurch ein physiologisches ^säureif.^' Interesse, dass sie nicht bloss in Erzeugnissen von Gewächsen vorkommen, sondern auch aus eigenthümlichen Umwandlungen organischer Stoffe, die wir oft in den Speisen gemessen, entstehen können. Die Bernsteinsäure (Cs H4 Oe • 2 H O) z. B., die man zunächst aus dem Bernstein gewinnt, wird auch durch die stark oxydirende Einwirkung von Salpetersäure auf Fettsäuren, die langsame Gährung des äpfelsauren Kalkes oder des Aspa- ragins und vielleicht auch des Traubenzuckers gebildet. Die Korksäure (C16H12O6 . 2H0) erzeugt sich durch die Wechselwirkung von Salpeter- säure mit Kork oder Fetten. Die Benzoesäure (C14H5O3 .HO), die sich in der Benzoe und in anderen Harzen findet und durch die Oxydation von Bittermandelöl (C14H6O2) entstehen kann, wird auch aus der Stickstoff-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21082030_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


