Grundriss der Physiologie des Menschen für das erste Studium und zur Selbstbelehrung / von G. Valentin.
- Gabriel Valentin
- Date:
- 1855
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Credit: Grundriss der Physiologie des Menschen für das erste Studium und zur Selbstbelehrung / von G. Valentin. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Setzung einfachen Schemen folgt, wie der Harnstoff'(C2 H4N2 O2), die Harn- säure (C10H2N4O4. 2H0), die Hippursäure (CisHgNOg .HO), des Kreatin (Cs Hg N3 O4 -j- 2 HO), werden zwar hin und wieder mit den Speisen und Getränken eingeführt. Sie gehören aber nicht zu den Ernährungsstoffen, weil sie die Gewebe nicht erhalten können. Die meisten der wahren Nah- rungsmittel liefern so verwickelte Umsatzproducte, dass eine vollständige Analyse derselben noch nicht möglich geworden. §. 220. Die Selbstzersetzung, die Einwirkung des Wassers bei 1400C., Umsatz vo., Mineralsäuren oder kaustische Alkalien können den Harnstoff (L2 H4 JN2 O2) Hippursäure „ . ,» . , , i * • 1 ■'f' Galle. unter dem Zutritt von TV asseratomen m kohlensaures Ammoniak verwan- deln [C2 H4 N2 O2 + 4 HO = 2 (NH3 . HO) CO2]. Die Hippursäure (CigHsNOs . HO) erzeugt Benzoesäure (C14 H5 O3 . HO) und Glycocoll (C4H4 NO3 . HO) oder andere Umsatzproducte des letzteren unter ähnli- chen Einflüssen (Cig Hg NO5 . HO + 2 HO = C14 H5 O3 . HO + C4 H4NO3 . HO). Die Cholsäure (C52H42NO11) liefert z. B. bei dem Kochen mit einer Lösung von Barythydrat Cholalsäure (C48 H40 Oio) und Glycocoll (04114. NO3 . PIO) und jene Dyslysin (C48 H36 Oß . 2PI0) bei fortgesetztem Ko- chen. Die mit Alkalien behandelte Choleinsäure (C52 H45 ]SrOi4 S2) giebt Cholalsäure und Taurin (C4 H7 NOe S2). Die Faulniss der Galle liefert Choloidinsäure (C48 Hgg Og . 3 HO) , Taurin (C4 H7 N Oe S2) und Ammoniak. Die Gährung kann Kreatin (Cg H9 N3 O4) in Kreatinin (Cg H7 Ng O2) ver- wandeln. §. 221. Der faulende geronnene Faserstoff erzeugt Kohlensäure (CO2), FHuimss von Ffis6r- Schwefelammonium (NH3 . PI S) , Buttersäure (Cg H7 O3 . HO), Leu ein stoff und (C12 Hi3 NO4) und Tyrosin (Cig H^ NOg). Der fettfreie Käsestoff' bildet ^^^''**'^f- zuerst kohlensaures Ammoniak [(NH3 . HO) CO2] und Schwefelammoniura (NH3 . HS) und später Ammoniak (NH3), Baldriansäure (Cio Hg O3 . HO), Buttersäure (Cg H7 O3 . HO), Leucin (C12H13 NOg), einen nach Koth rie- chenden Körper und eine Säure, die sich in Ammoniak (NHg), Tyrosin (CigHiiNOß) und einen braunen Körper durch starke Mineralsäuren zer- legen lässt. §. 222. Die mannigfachen Zersetzungen, welche auf diese Weise zum Vorschein kommen, können kettengliederartig fortschreiten. Es erzeugt sich z. B. Leucin (Cx2Hi3N06) oder Tyrosin (Cig HuISTOe), die selbst wieder zur Bildung von Baldriansäure (Cjo Hg O3 . HO) oder Buttersäure (Cg H7 O3 . HO) überführen. Die nebenbei anwesenden Gährungserr'eger und wahrscheinlich auch die erzeugten Zersetzungsproducte selbst gewinnen häufig einen Einfluss auf den ferneren Fortgang. Eine in Gährung be- griff'ene Mischung von Zucker und Harnstoff zerlegt zuerst, nach Schmidt, den Zucker vollständig, ehe die Bildung des kohlensauren Ammoniaks (§. 218) beginnt. §. 223. Da die Getränke und alle Verdauungssäfte verdünnte was- whkunp serige Lösungen bilden, so können sich Verbindungen, die vom Was- ifeVVe?- ser bei der Temperatur des lebenden Körpers (37o,5 C.) aufgenommen wer- ^''^^^f den, in entsprechenden Mengen lösen. Der Zucker, das Kochsalz schmel- zen daher leicht in der Mundhöhle. Grössere Quantitäten von Glaubersalz, die man zum Abführen gebraucht, werden im Magen oder in späteren Ab- schnitten des Nahrungscanais vollständig verflüssigt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21082030_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)