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Credit: Lehrbuch der Kinderkrankheiten / von Alfred Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![her auf die linke Seite legt, so pflegen sie unruhig zu werden und zu erbrechen, was auf der bedeutenden Schwere und Grösse der Leber, die in dieser Lagerung auf den Magen drückt, zu beruhen scheint. Daher kommt es auch, dass die SäugEnge am leichtesten an der linken Brust trinken, dass sie deshalb mehr au diese angelegt werden und dass sich deshalb in dieser gewöhnlich mehr Milch findet. An Wahrscheinlichkeit gewinnt diese Argumentation noch dadurch, dass Säuglinge, die sich artnäckig sträuben, an der rechten Brust zu saugen, diese nicht selten ohne Weigerung nehmen, sobald man ihre Beine unter den rechten Arm der Mutter bringt und sie auf der rechten Seite liegend trinken lässt. Mit den Händen zeigen die Kinder häufig direkt den Sitz des Schmerzes an. Während des Zahnens greifen sie sich in den Mund, bei Hydrocephalus und Gelurnreiz zupfen sie an den Haaren (zuweilen aber auch an den Genitalien), beim Krup drücken und reiben sie sich am Halse, grössere Kinder di-ücken bei Colik sich auf den Unterleib, bei Blasenschmerzen, häufig dm-ch Vesicantien yeranlasst, auf die Blase. Bei Würmern bohren sie sich in der Nase und in dem Anus. Atrophische Kinder haben die Daumen eingeschlagen und machen eine feste Faust. Das stossweise Anziehen imd Strecken der Füsse mit Geschrei verbun- den ist das gewöhnliche Zeichen von Blähungen und hört sogleich auf, wenn einige Blähungen abgegangen sind. Die Untersuchung desPulses kann mitErfolg nur bei einem schlafenden Kinde angestellt werden. Bei einem Ende, das plötzlich erwacht oder durch vieles Betasten bereits imruhig geworden ist, hat man natürlich mit unübersteighchen Schwierigkeiten zu kämpfen. ]Jas Kind sucht sich auf jede Weise los zu winden, und ie fester man den Arm fixirt, um so stärker spannt das Kind die Muskeln und macht das Pulsfühlen ganz unmöglich. Man hat verschiedene Mittel angegeben, durch welche es auch beim wachenden Kinde gelingen sollte, den Puls zu befühlen, so bei einem an der Brust, an einem Sauglappen oder am Finger saugenden Kinde. Die Saugbewegungen beschleunigen aber immer die Respirations- und die Herzbewegungen, weshalb durch diese Untersuchungsmethode kei- neswegs brauchbare Kesultate erzielt werden können. Man nähert sich also am besten einem schlafenden Kinde, berührt mit der Spitze des Zeigefingers leise die Art. radialis und folgt, wenn das Kind den Arm rührt, allen diesen Bewegungen ohne den geringsten Widerstand, es wird daim gewöhnlich bald wieder rukig und schläft fort. Dauert die Unruhe des Armes aber fort, so muss man sogleich den tastenden Finger zu- rückziehen, weil es sonst unfehlbar wach wird und für ein ärztliches Examen kein Kind ungünstigere Verhältnisse bietet, als ein eben aufge- wecktes. In der Yernachlässigung dieser Yorsichtsmaassregeln mag wohl der Grund liegen, dass die meisten Autoren den Puls der Säuglinge et- was zu hoch, 130—140 Schläge in der Minute, angeben. Yalleix , Arzt am Pariser Findelhaus, hat bei 13 ganz gesunden, schlafenden Säuglin- gen von 3—21 Tagen die Mittelzahl 87 (Minimum 76, Maximum 104) gefunden. Ich fand bei 24 gesunden, schlafenden Säuglingen als Mini- , mum 92, als Maximum 136, als Mittelzahl 109 Pulsschläge. Noch schwie- i riger ist bei der Kleinheit der Arterie die Bestimmung des harten und weichen Pulses. Das Hauptaugenmerk muss bei Säuglingen entschieden ä auf den Rythmus der PulsscJiläge gerichtet werden, unrythmischer, f aussetzender Puls kömmt bei Herzfehlern und bei Gehirnerkrankungen ) vor. Grosse Frequenz der Pulsschläge hat eine viel geringere Bedeutimg, ;](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925173_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)