Volume 5
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
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Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![dem Gehirn zusammenhängen und, abgesehen von einigen Ausnahmen, (das sogenannte „Stirnorgan der anuren Amphibien) zusammen mit diesem im Inneren der Schädelhöhle eingeschlossen sind. Sie liegen hier höch- stens in einer Aussackung derselben — einem sogenannten Foramen parietale. — Besonders die einfacher gebauten oder die rudimentären und drüsenartigen Parietalorgane stellen uns oft lebenslang nur besonders differenzierte Ausstülpungen der Gehirn wand, sogenannte „Epiphysen des Gehirns vor. Aus dem gerade erwähnten Grunde ist es nicht so leicht möglich, von den Parietalorganen zu sprechen, ohne dabei die mit ihrer Ursprungs- stelle benachbarten Partien der Gehirndecke, die ihnen außerdem meistens zur Unterlage dienen, die „Parietalgegend, wie man sie nennen könnte („Parietalregion von Sedgwick Minot, ]901) zu berücksichtigen. Auch in der vorliegenden Bearbeitung der Parietalorgane wird es nötig sein, der Beschreibung der Parietalorgane bei einzelnen Tiergruppen wenigstens eine kurze Schilderung der charakteristischen Eigenschaften dieser Parietal- gegend vorauszusenden. Als „Parietalgegend kann man die ganze von der Commissura poste- rior hinten bis zu der Paraphysis cerebri nach vorn reichende Partie der Gehirndecke, also die ganze Decke des Zwischenhirns und die hinterste Partie des Hemisphärenanteils der Vorderhirndecke (des Telencephalon der B. Nom.) bezeichnen. Die Paraphyse gehört also mit zu der Parietal- gegend; sie zeigt, wie wir sehen werden, obzwar sie kein wirkliches Parietalorgan ist, in einigen Fällen wirklich unverkennbare Beziehungen zu dem Pinealorgane; es handelt sich um Fälle, in denen das Pineal- organ rudimentär, als eine drüsenartige Epiphyse („Corpus pineale) ent- wickelt ist. In der Parietalgegend des Gehirns aller Kranioten, mit der einzigen Ausnahme der Myxinoiden können etwa folgende Abschnitte voneinander unterschieden werden (vergl. die Abbildungen der Taf. I): 1. Die Paraphyse (Paraphysis cerebri — Selenka, 1890) fälsch- lich: „Conarium - - Burckhardt. (1892), „die vordere Epiphyse — His*) (1892) „pre-paraphysis — Sorensen (1894) auch: „plexus cho- rioideus superior oder „vorderer Adergefiechtsknoten (z. T.). Eine ent- weder sackartige und dann breit in den Gehirnventrikel übergehende Ausstülpung**), oder ein röhrenförmiges, mit dünnem Stiele dem Gehirn- dache ansitzendes Hohlgebilde, das manchmal durch Seitenausstülpungen, in welche Blutgefäße sich einlagern, die Gestalt einer komplizierten tubu- lösen Drüse bekommen kann***). Sedgwick Minot (1901) will auf die Verhältnisse bei Elasmobranchier, hinweisend, in dem ersteren Falle nur von einem „Paraphysealbogen des Gehirndaches sprechen, die eigentliche Paraphyse würde hier also nicht zur Entwicklung kommen. Die Paraphyse befindet sich am hinteren Ende eines Abschnittes der Vorderhirndecke, der zu der Parietalgegend schon nicht gerechnet werden kann, der Lamina supraneuroporica. Ebenfalls gehören zu der betreffenden Gegend nicht die vor der Paraphyse und zu deren Seiten durch Einstülpung der Ependyminembran entstehenden und in das Innere des Zwischenhirnventrikels und der Seitenventrikel einragenden „Plexus chorioidei inferiores und „hemisphaerium. *) Zum Unterschied von der „hinteren Epiphyse, unserem Pinealorgane! *) Z. B. Petromyzon, Elasmobranchier, Protopterus. ***) Z. P>. Chimaera, Acipenser, Polyodon, Amphibien.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0005_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)