Volume 7
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
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Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![scheidet C. M. Fürst folgende Arten von Sehzellen: Stäbchen, Mittelzapfen, Zwischenzapfen und Paarzapfen (Fig. 39 u. 40). Zwillingszapfen sind bei den Teleostiern sehr häufig, bei Esox (Hecht) sogar überwiegend, bei Anguilla fehlend (Krause). Die Lage der Stäbchen- und Zapfenkerne zur Membrana limitans externa wechselt (wie schon oben angedeutet wurde). Außerhalb von der Membrana limitans externa liegen die Zapfenkerne bei Box salpa (Cajal), bei Salmo (Fürst) und bei Anguilla (Krause), welch letztere sich hierdurch bedeutend von ihrem nahen Verwandten, dem Conger, unterscheidet; häufiger aber liegen die Zapfenkerne woh] innerhalb von dieser Membran und dann wohl meist ihr dicht an; im Gegensatz dazu liegen bei Hippocampus und Syngnathus die Stäbchenkörner der Mem- brana limitans externa außen an, und die Zapfenkörner erfüllen hier die nach innen von dieser Membran gelegene äußere Körnerschicht (Krause, Chievitz). Bei allen diesen Angaben über die Lage der äußeren Körner zur Membrana limitans externa müßte aber genaner als bisher angegeben sein, ob es sich um Hell- oder um Dunkelaugen handelt (vgl. S. 24). Auf Krause und Hesse müssen wir verweisen wegen des Vor- kommens oder Fehlens der EUipsoide in den Sehzellen, worin vielleicht gewisse Schwankungen vorkommen. Die Fasern des Nervus opticus enthalten bei Esox bipolare Ganglien- zellen. Bei Perca scheinen die stärksten Fasern markhaltig zu sein (Krause). Die Eetina der echten Tiefseefische (also ausgesprochener Dunkel- tiere) fand Brauer ausnahmslos frei von Zapfen, ausgenommen viel- leicht Oneirodes (Fig. 41) und einige nicht sicher zu deutende Befunde in rudimentierten Augen, auf die ich in einem besonderen Kapitel zu sprechen komme (S. 346ff.). Indem ich auch die sehr interessanten regionären Differenzierungen in den Tiefseefischretinae mir für spätere Besprechung aufhebe (S. 72ff.), sei nur noch erwähnt, daß die Ketinae der vielen Tiefsee- teleostierarten augenscheinlich mancherlei Verschiedenheiten aufweisen. Nur darin stimmen sie überein, daß die Stäbchen sowie die sonstigen Zellenarten meist in relativ sparsamer Zahl vorhanden sind. Die Stäbchen sind manchmal kurz, manchmal ist ihre Länge gleich der halben Dicke der ganzen Ketina (z. B. Coloconger (Fig. 42), Halicmetus (Fig. 43), Macrurus, Cy lothone, Triplophos) oder noch erheblicher (Ichthyococcus, Fig. 44). Dabei sind sie jedoch an absoluter Länge nicht den Stäbchen der Lichtfische überlegen, es sind vielmehr nur die übrigen Netzhaut- schichten an Dicke reduziert, was auf Abnahme ihrer Zellenzahl und viel- leicht noch mehr auf Verminderung ihrer feinen Verzweigungen hindeuten dürfte. Die Stäbchenkerne können in 8—10 Schichten liegen (z. B. Macrurus), sie können aber auch nur eine Schicht bilden (z. B. Stylophthal- mus). Die inneren Körner und Ganglion opticum-Zellen erscheinen oft an Zahl reduziert, bei Argyropelecus aber sind sie wohl reichlich vor- handen (eine Schicht Horizontalzellen, je vier Schichten Bipolaren und Amakrinen, drei bis vier Schichten Ganglienzellen. Die horizontalen Zellen waren bei manchen Arten deutlich ausgebildet, bei anderen gar nicht erkennbar (mit den gewöhnlichen histologischen Methoden). Styl- ophthalmus ließ eine Lage horizontaler Zellen zwischen den Bipolaren und den Amakrinenschichten erkennen. Auf das Vorkommen von Netzhautgefäßen bei Anguilla und Conger komme ich weiter unten zu sprechen (S. 146).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0007_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)