Volume 5
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
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Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![daß die Endblase einmal sich dem Schädeldach nur anschmiegt, daß sie dagegen in anderen Fällen in einer geräumigen Vertiefung oder sogar in einem den Schädel vollkommen durchbrechenden Foramen parietale sich befindet. Ob wir bei einer Selachierform dem einen oder dem anderen Falle begegnen, hängt davon ab, in welcher Partie des Schädeldaches das Pineal- organ endigt. Da, wo sich das Ende desselben im Bereiche der knorpeligen Schädeldecke befindet (Squalidae), sieht man in einem jedem Falle, daß das Schädeldach an der betreffenden Stelle entweder eine mehr oder weniger tiefe Grube aufweist, in der die Endblase liegt (Fig. 24), oder daß es endlich an der betreffenden Stelle durchbrochen ist: Foramen parietale. Auch da, wo man in dem knorpeligen Schädeldache einem wirklichen Foramen parietale begegnet, kann man nicht sagen, daß die Schädeldecke vollkommen durchbrochen wäre. Es vereinigen sich an der betreffenden Stelle die Perichondrien beider Oberflächen des knor- peligen Schädels zu einer einzigen Schicht, und diese bildet dann den oberen Verschluß des Foramens. Die Schädeldecke ist an der betreffenden Stelle nur in eine Bindegewebsschicht reduziert (Fig. 23, p. 61). Der untere Eingang in das Foramen parietale ist frei oder man kann da jenen Bindegewebsfasern begegnen, die dazu bestimmt sind, die End- partie des Organes in ihrer Lage zu fixieren. Auch wenn man etwas auffallenderen Schichten von Bindegewebe an dieser Stelle begegnet, haben solche keine andere Aufgabe, als die eben angedeutete und dürfen nicht für Fortsetzungen der Perichondrien gehalten werden. Von der unteren Seite dringen mit der Endblase des Pinealorganes Blutgefäße in das Innere des Foramens und verzweigen sich hier. Ein den knorpeligen Schädel durchdringendes Foramen parietale kann man z. B. bei Centrophorus, Galeus und Mustelus beobachten, während z. B. bei Spinax niger der Knorpel nicht durchbrochen wird und man hier nur eine, jedenfalls ziemlich tiefe Grube, in der das Pinealorgan endigt, beobachten kann. Eigentümlich ist die Angabe, die Cattie über das Foramen ■ ■ .- parietale von Acanthias macht. Nach ihm sollte es sich hier um ein wirkliches, den Knorpel vollkommen durchdringendes Fo- ramen parietale handeln, die obere Ausmün- dung desselben wäre jedoch durch eine sa- gittal gelagerte Brücke in zwei kleinere Öff- Fig. 21. Das Foramen nungen geteilt (vergl. Fig. 21). Möglicherweise parietale des Schädels von Acan- handelt es sich um einen Ausnahmefall; weder thias vulgaris, von der unteren Ehlers, noch mir ist es gelungen, ein solches Seite aus gesehen. Dasselbe ist Verhalten bei Acanthias zu finden. an seiner oberen Ausmundung p flm]P,.o verhält si>h rlip Snrhp in durch eine knorpelige Brücke . l*anz anüeis \emait sicn me öacne m zweigeteilt. (Nach Cattie, 1882.) jenen Fällen, m denen das Pinealorgan m einer Partie des Schädeldaches endigt, wo dieses bindegewebig ist. Bei Rajiden. seltener bei Squaliden, finden wir, daß das Pinealorgan im Bereiche des sogenannten Präfrontalloches des knorpeligen Kraniums mit einer Endblase endigt. Das feste fibröse Bindegewebe des Präfrontalloches wird an der Stelle, wo sich die End- blase befindet, wie es scheint, niemals durchbrochen, eine einzige ab- weichende Angabe von Cattie, die sich auf Raja clavata bezieht, und nach der die Endblase bei dieser Form schon im Unterhautbindegewebe liegen soll, befindet sich in der Literatur. Die Endblase liegt der Binde-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0005_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)