Volume 5
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
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Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
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![Ganoidei. Nur bei Amia konnte bisher ein Rudiment eines wirklichen vor- deren Parietalorganes, vielleicht eines Homologon des Parapinealorganes, von Petromyzon nachgewiesen werden, sonst kommt bei den hierher ge- hörenden Formen nur das Pinealorgan zur Entwicklung. Dieses hat im ganzen dieselbe Gestalt, wie bei Selachiern, dagegen enstpricht die Bau- weise der Parietalgegend der Ganoiden entschieden mehr derjenigen der Teleostier. Die Parietalgegend von Polypterus, einem Crossopterygier, ist von der der übrigen Formen abweichend und erinnert in einigen Be- ziehungen sogar an diejenige von Chimaera. Entwicklung der Parietalorgane. [Über die Entwicklung des Pinealorganes von Acipenser schrieben zuerst Salenski (1881) und Owsjannikow (1888), und in neuerer Zeit Kupffer (1893). Über Lepidosteus liegen einige diesbezügliche Angaben von Balfour und Parker (1882) vor. Bei Amia haben die Entwick- lung der Parietalgebilde Hill (1894) und nach ihm Eycleshymer und Davis (1897) genau untersucht.] Nach Kupffer entwickelt sich bei Acipenser das Pinealorgan zuerst in der Gestalt einer nach hinten gewendeten Tasche, aus der später eine Blase mit hohlem Stiele entsteht. Die Blase überragt den Stiel sowohl in der Richtung nach vorne, wie nach hinten und erinnert so an die Ver- hältnisse, die man bei Petromyzon finden kann (Fig. 30, p. 73). Später wächst diese Anlage des Pinealorganes bedeutend in die Länge und be- kommt die definitive Gestalt einer Röhre, welche mit einer kleinen End- blase endigt. Von der Existenz eines vorderen Parietalorganes konnte Kupffer keine Spur nachweisen, doch findet sich in der älteren Arbeit von Owsjannikow (1888) eine Angabe, nach der bei drei- bis vier- wöchentlichen Embryonen von Acipenser unter der Epiphyse noch ein Bläschen von rundlicher oder herzförmiger Gestalt sich befinden sollte ('?). An einem anderen Objekte, und zwar bei Amia, ist es Hill (1894) ge- lungen, wirklich ein vorderes Parietalorgan zu finden. Hill konnte, was das hintere Organ, das Pinealorgan, betrifft, im ganzen die auf Aci- penser sich beziehenden Angaben von Kupffer bestätigen; auch hier ent- steht das Organ in der Gestalt eines zuerst nach hinten gewendeten Bläschens, das sich später senkrecht stellt und schließlich nach vorne wendet. Das vordere Organ hat bei 10 mm langen Embryonen die Form eines ovoiden Körpers, der unmittelbar vor dem Pinealorgane, nur etwas gegen die linke Seite zu gelagert ist. Mit dem Gehirndache ist es mittelst eines dünnen Stieles, den es mit dem anderen Organe ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0005_0083.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)