Volume 5
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
Licence: In copyright
Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
85/278 (page 71)
![eine breite Querfalte, deren Wände leicht gefaltet, jedoch nicht plexus- artig umgewandelt sind. Das Velum bildet die vordere Grenze des Dor- salsackes (4.), dieser letztere hat die Gestalt eines umfangreichen breiten Sackes, dessen Wände sich auf genau dieselbe Weise verhalten wie die- jenigen des Velums und der Lamina. Bei Amia ist der Dorsal- sack in zwei weit nach hinten bis in die Ge- gend des Mittelhirns reichende Zipfel ver- längert (Fig.34). Auch bei Polypterus, wo er hammerförmig ist, reicht er weit nach hinten, fast bis zum Kleinhirn. Die auf den Dorsalsack fol- genden Bestandteile der Parietalgegend, die Commissura ha- benularis (5.), welche die nahe aneinander liegende ungleich große Ganglia habenulae verbindet, die Ursprungsstelle des Pinealorganes (ix), ein ganz kurzes Schaltstück (7.) das auch fehlen kann und die Commissura posterior (8.) weisen schon nichts besonderes auf. Ziemlich abweichend von der der übrigen Ganoiden ist die Parietal- gegend des Polypterus, dessen großen Dorsalsack wir bereits erwähnt haben (Fig. 35, p. 79). Eine nähere Beschreibung derselben soll weiter unten folgen (s. Polypterus). Acipenser sturio L., ruthenus L., rubicundus. [Das Pinealorgan von Acipenser wurde zuerst von Stannius (1854) beschrieben und zwar als ein weißer, bei großen Stören bis 3 Zoll langer Faden, der von einer die Tubercula intermedia verbindenden Brücke (Commissura habenularis) entspringen soll und vorne in einer Aushöhlung des Schädeldaches endigt. Cattie (1882, Acip. sturio) und Goronowitsch (1888, Acip. ruthenus) geben nähere Nachrichten über dieses Organ. Garman beschreibt es (1896) von Acipenser rubicundus. Einige Details der feineren Struktur des Pinealorganes hat endlich Johnston (1901) beschrieben. Außerdem eigene Untersuchungen des Verfassers.] Man kann an dem Pinealorgane, der Epiphyse der Autoren, eine stark erweiterte, niedrige, etwa sackförmige Proximalpartie, die eher an einen Recessus pinealis erinnert, unterscheiden. Diese geht in einen dünnen fadenförmigen, dorsoventral etwas abgeflachten hohlen Stiel über*). Der Stiel liegt zuerst in einer Furche der oberen Wand des sehr umfang- reichen und langen Dorsalsackes, er kommt dann oberhalb des hinteren Randes der großen drüsenartigen Paraphyse zu liegen und trennt sich etwa auf der höchsten Stelle der Paraphysis von dem Gehirndache, mit dem er bisher durch lockeres Bindegewebe zusammenhing, ab. Er verläuft eine *) Nach Cattie sollte dieser solid sein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0005_0085.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)