Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker.
- Kölliker, Albert von, 1817-1905.
- Date:
- 1873
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Credit: Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Ausdeliuung Jiii Knochen eine Resorption stattt'inde. Nur durch eine solche Resorption sei die Vergrösserung des Foramen magnuni vom 6. Jahre an, in welchem die dasselbe begrenzenden Stücke verschmelzen, zu denken und dasselbe gelte auch von den Löchern der Wirbel für das Rücken- mark und vielen Getäss- und Nervenöffnungen (Foramen ovale und rotuudum, Foramina intertransversaria, Canalis caroticus etc. ctc.). Und an einer anderen Stelle desselben Werkes (p. 380) findet sich folgende hierhergehöreude Betrachtung: „Sehr räthselhaft und kaum beachtet sind die Form Veränderungen der ganzen Knochen während ihrer Entwicklung. Vergleicht man z. B. ein Scheitelbein eines Fötus oder Neugeborenen mit dem eines Erwachsenen, so findet man, dass das erstcre eine viel stärkere Krümmung besitzt und nicht etwa nur wie ein aus der Mitte des letzteren ausgeschnittenes Stück sich verhält. Es muss daher dasselbe eine sehr wesentliche Aenderung in der Krümmung seiner Flächen erlitten haben und diese kann, da an mechanische Verhältnisse nicht zu denken ist, nur durch ungleichmässigc Ab- lagerungen innen und aussen, in der Mitte und an den Rändern oder durch Ablagerungen einerseits, Resoiptionen andererseits bewirkt worden sein. Dass unglcichmässige Ablagerungen wirklich Vorkommen, selien wir z. B. an den Juga ccrebralia und Impressiones digitatac, den Sulci meningei etc., allein mir scheint, dass ohne die Annahme localer Resorptionen an gewissen Stellen nicht auszukommen ist. Oder wie will man sonst die Zunahme des Margo orbitalis Superior an Breite, die Vergrösserung des Abstandes der Tubera frontalia auch nach der Wrschmelzung der Stirnbeine, die Aenderung der Gestalt des Unterkiefers (das Grösserwerden der Entfernung zwischen den Processus coronoidei und der S[)ina mentalis, die Aenderung der Krümmung derselben, das theilweise Verschwinden und die Neubildung der Alveolen) u. s. f. erklärenV Wir haben schon gesehen, dass auch bei den knorpelig präformirten Knochen etwas der Art durchaus anzunchmen ist und daher werden Avir auch hier keinen Anstand nehmen, obschon das Nähere der fraglichen Resorptionen unbekannt ist. Dass im Innern der secundären Knochen solche Vorkommen, wurde schon erwähnt. Die Bildung der Diploc, die im 10. Jahre deutlicher wird, beruht auf einer solchen, ebenso die der Sinus frontales und des Antrum Highmori.‘‘ Weiter hat dann Virchow bereits im Jahre 1853 (Archiv Bd. V.) ganz bestimmt für einen Absorptionsprocess an der Gehirntläche der Schädelknochen sich ausgesi)rochen. Er sagt hier p. 503; „Jeder Schädel unterliegt an seiner inneren Fläche einer allmäligen Verzehrung, denn ohne diese würde die allmälige Vergrössening des Schädelraumes nicht zu Stande kommen können. Innen ist hier ein langsamer Absor])tionsprocess, Avährend aussen neue Schichten aufgelagert werden und immer wieder neue Rindenmassen entstehen. Das Wachsthum am Rande genügt nicht, um die Zunahme des Kopfes zu erklären, Avenn es auch gCAviss am meisten dazu beiträgt. Es Avird daher in jedem Falle eine „Durchbohrung^^, eine Absorption der Knochen in ihrer ganzen Dicke zu Stande kommen, wo nicht die äussere Auflagenmg gleichen Schritt mit der inneren Absorption hält, und Je stärker daher der innere Druck ist, um so früher werden memhranöse Lücken entstehen. Die hydrocephalischen Lücken sind ja lange genug bekannt.“ In seinen „Gesammelten Abhandlungen“ p. 935 und im Archiv Bd. XIII. p.. 347 wiederholt VirchoAv diese Anschauungen und macht am letztgenannten Orte die normale Absorption an den Schädelknochen vom Drucke des Avachsenden Gehirns abhängig und zieht auch die Fälle au, in denen bei Atrophie des Gehirns die Schädelhöhle, bei Atrophie oder Fehlen des Bulbus die Augenhöhle klein blieb (j). 338). Ausserdem Avird auch der Unterkiefer erAvähnt (p. 339) und von diesem Knochen bemerkt, dass derselbe nicht einfach Avie ein Röhrenknochen sich verhalte, vielmehr handle es sich bei demselben in sjtäterer Zeit um ein complicirtes Verhältniss.von periostaler An- bildung am KieferAvinkel und allerlei inneren und äusseren Absorptionen und Vei’schiebuugen, Avelche „inneren Wechsel, die auf AAurkliche Dislocationen langsamer Art an den Knochentheilen hinzudeuten scheinen“, auf p. 350 noch Aveiter betont Averden. Gleichzeitig mit der letzterAvähnten Arbeit hat auch L. Fick, der geniale für die Wissenschaft viel zu früh verstorbene Marburger Anatom die Gestaltung der Knochen zum Gegenstände eiidässlicber.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22392610_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)